Gütesiegel : Die Stadt handelt fair

Kostproben: Lennart Kluth vom Restaurant „Casa Biutelli“ schenkte auf dem Altstädter Markt fair gehandelten Kaffee aus.
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Kostproben: Lennart Kluth vom Restaurant „Casa Biutelli“ schenkte auf dem Altstädter Markt fair gehandelten Kaffee aus.

Eine Urkunde macht es offiziell: Rendsburg ist zur Fairtrade-Stadt ernannt worden. Die Übergabe des Prädikats wurde mit einem Fest auf dem Altstädter Markt gewürdigt.

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03. Juli 2015, 11:22 Uhr

Der Einkauf für das Wochenende gleicht einer Weltreise. Der Kaffee zum Frühstück, der Schokoriegel am Nachmittag und das neue T-Shirt für den Abend haben einen langen Weg hinter sich: Die Produkte kommen oft aus den so genannten Entwicklungsländern. Sie werden billig angeboten und das hat seinen Preis: Viele Kleinbauern erhalten für ihre Ernteerträge so niedrige Preise, dass ihre Existenz bedroht ist.

In Rendsburg dagegen engagieren sich viele Menschen dafür, dass der Kakao-Bauer gerecht bezahlt wird und von seiner Arbeit leben kann. Für diesen Einsatz ist die Stadt gestern im Rahmen eines Festes auf dem Altstädter Markt mit dem Titel „Fairtrade-Town“ ausgezeichnet worden. „Rendsburg steht damit in einer Reihe mit London, Rom, Paris und Madrid“, sagte Daniel Caspari. Der Referent des Vereins „Transfair Deutschland“ überreichte Bürgermeister Pierre Gilgenast die Urkunde zur Ernennung. Die Stadt sei damit Teil einer weltweiten Bewegung von über 1500 Fairtraide-Städten. Daniel Caspari freute sich über eine runde Zahl: „In Deutschland ist Rendsburg schon die 340. Stadt, die sich freiwillig verpflichtet hat, fair gehandelte Produkte zu verwenden und Vorbild zu sein für eine gerechtete Handelsordnung.“

Kommunen, die Fairtrade-Stadt werden wollen, haben allerdings Bedingungen zu erfüllen. Ein Anteil des lokalen Handels und der Gastronomie muss fair gehandelte Produkte anbieten. Außerdem sollten Schulen, Vereine und Kirchen an der Aktion beteiligt sein. In Rendsburg war eine Lenkungsgruppe gebildet worden, die an der Umsetzung der Kriterien arbeitete. Dabei sorgten vor allem Pastorin Dorothea Heiland und Schüler der Waldorfschule dafür, dass Rendsburg jetzt ein Gütesiegel trägt.

„Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte Pierre Gilgenast. Im Rathaus werde nur noch fair gehandelter Kaffee serviert. Kostproben gab es auch gestern bei dem Fest auf dem Altstädter Markt. Und die Mitarbeiterinnen des Weltladens boten dazu den passenden Kuchen an.

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