Radeln in Rendsburg : Die schwierige Suche nach dem Kanal

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Wie kommt man aus der Innenstadt zu Schiffen, Schwebefähre und Fußgängertunnel? An zentralen Punkten fehlen wichtige Wegweiser.

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18. März 2014, 06:00 Uhr

Und nun? Bodo Schnoor steht auf dem Schiffbrückenplatz und schaut sich um. Er sucht nach dem Weg zum Kanal. Gedanklich ist der Mann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in die Rolle eines Ahnungslosen geschlüpft. In die Haut eines Radfahrers, der zum ersten Mal in der Stadt ist und sie nicht kennt. Paradeplatz, Stadtsee, Theater, Hohe Straße, Weiße Brücke – sagt ihm alles nichts. Schnoor spielt einen Durchreisenden, der auf Schilder angewiesen ist, weil er weder Smartphone noch Karte bei sich hat.

Das Ergebnis der Bestandsaufnahme: Am Schiffbrückenplatz gibt es keine einzige Tafel, die auf die wichtigste Sehenswürdigkeit Rendsburgs hinweist, geschweige denn den Weg zu ihr erklärt. Ausgerechnet am belebtesten Platz bleiben Auswärtige weitgehend sich selbst überlassen. „Es fehlt hier zumindest ein Schild mit der groben Richtung Kanal oder Fußgängertunnel“, sagt Schnoor.

Am anderen Ende der Fußgängerzone das ähnliche Bild. Stopp vor dem Stadttheater. Die nächste wichtige Wegscheide. Schnoor sucht nach einem Zeichen des Kanals und bekommt Informationen, die für die meisten Ortsfremden an dieser Stelle wertlos sind. Ausgeschildert sind neben Bahnhof/ZOB das Museumsstellwerk und Elektromuseum. Schön, aber wo geht’s zum Kanal? Zur Schiffsbegrüßungsanlage? Zur Schwebefähre? Schweigen im Schilderwalde.

Immerhin: Auf der weiteren Fahrt ans Wasser bessert sich das Bild. Vor dem Eingang zum Arsenal befindet sich ein Schild, das sogar den Fußgängertunnel erwähnt – und damit erstmals einen Hinweis auf den NOK liefert. Allerdings wäre es an einem anderen Standort viel besser platziert. Wer nicht die Route durch den Stadtpark, sondern am Jungfernstieg entlang gewählt hat, um mit dem Fahrrad zum Paradeplatz zu kommen, fährt an dem Mehrfach-Wegweiser höchstwahrscheinlich vorbei.

Auf diese und andere Ärgernisse für Radfahrer wollen Schnoor und seine Mitstreiter in Zukunft deutlicher als bisher aufmerksam machen. Unter anderem aus diesem Grund heben sie jetzt die Ortsgruppe Rendsburg im ADFC aus der Taufe. Das Gründungstreffen ist für den morgigen Mittwoch um 19 Uhr in der „Casa Biutelli“ am Altstädter Markt geplant. „Wir hoffen auf viele Besucher, die uns weitere Anregungen zu Problemen beim Radverkehr in der Region Rendsburg geben“, sagt Schnoor und betont: „Kein Besucher braucht zu befürchten, einen Posten übernehmen zu müssen, es stehen bereits ausreichend Kandidaten zur Wahl.“

Das achtseitige Faltblatt „Termine 2014“ des ADFC Rendsburg ist in Kürze bei den Fahrradhändlern der Region, bei der Tourismus-Information sowie am bewachten Fahrradstand der Rabs am Bahnhof erhältlich.

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