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Tuning-Treffen : Die „Schrauber“ mögen es individuell

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rund 3000 Besucher waren zum „Car-Freitag“ in Rendsburg gekommen. 85 Spezialisten der Polizei überprüften insgesamt 372 der aufgemotzten Fahrzeuge .

Tiefer, breiter, lauter, schneller, ausgefallener – es waren keine „Autos von der Stange“, die am Karfreitag am Einkaufszentrum „Eiderpark“ an der Friedrichstädter Straße präsentiert wurden. Der „Carfreitag“ zog zahlreiche Tuning-Freunde an. Und weil erfahrungsgemäß nicht alle Autoumbauten den strengen Vorschriften entsprechen, kontrollierte die Polizei viele Fahrzeuge bereits bei der Anfahrt.

Das übernahmen die Tuning-Experten der Polizei. 85 Spezialisten aus ganz Schleswig-Holstein unterstützten ihre Rendsburger Kollegen. „Hier sind Fachleute im Einsatz, die sich mit Auto-Umbauten genauestens auskennen“, betonte der Einsatzleiter Bernd Rikowski. Und weil viele Tuning-Fans, so die Erfahrung der letzten Jahre, zu schnell unterwegs sind, hatte die Polizei vermehrt Geschwindigkeitskontrollen eingerichtet. Es blitzte an der Bundesstraße 77 an der Ausfahrt Ahrenstedt und an der südlichen Einfahrt zum Kanaltunnel. Hier wurde ein Autofahrer mit 116 Kilometern pro Stunde gemessen. Erlaubt ist Tempo 50. „Vor dem Tunnel war ein Drittel der Fahrzeuge zu schnell“, erklärte Rikowski. Auf der Autobahn 210 erwischte ein Videofahrzeuge der Polizei einen BMW, der mit 240 Stundenkilometern mehr als doppelt so schnell wie erlaubt war. Der 21-jährige Fahrer wird für drei Monate seinen Führerschein abgeben müssen.

„Ein individuelles Fahrzeug zu haben und sich damit von der Masse abzuheben“, das ist für Sandra Leibholz der Reiz am Auto-Tuning. Die junge Frau aus Westerrönfeld „lässt schrauben“, meistens von ihrem Freund Jay Nielsen, einem Kfz-Mechatroniker, oder anderen Helfern ihres Clubs „VW Scene Rendsburg“. Die zurzeit acht Mitglieder unterstützen sich bei ihren Umbauten gegenseitig. Im „Eiderpark“ präsentierte Clubmitglied Oliver Kupferschmidt seinen VW Jetta II Baujahr 1991, der nach diversen Umbauten von einem 190 PS starken VR6-Motor aus einem Passat angetrieben wird. Im Kofferraum sorgen zwei Subwoofer, die in Bierfässern eingebaut sind, für den angemessenen Sound. „5000 bis 10000 Euro und jede Menge Arbeit“ hat der 25-Jährige in sein Fahrzeug gesteckt. Dass Oliver Kupferschmidt nicht nur für die Marke VW schwärmt, zeigt der Vorname seines 14 Monate alten Sohnes. Der Kleine heißt Finlay Benz.

Seit vier Jahren arbeitet Christoph Sievers aus Gettorf daran, aus seinem Golf IV ein Schmuckstück zu machen. Ein neuer Motor mit 260 PS, 265-er Reifen auf Schmidt-Felgen und als Höhepunkt Flügeltüren machen sein Auto zum Hingucker. 20000 Euro hat der Fleischer und Koch in das Tuning seines jetzt 17 Jahre alten Autos gesteckt. Zusammen mit seinem besten Freund Tony Wendt fährt der 23-Jährige zu vielen Tuning-Treffen und hat schon einige Pokale mit nach Hause nehmen können.

Nach Angaben der Polizei kamen 2500 bis 3000 Besucher mit etwa 1000 Fahrzeugen zu dem Tuning-Treffen. 372 Fahrzeuge wurden kontrolliert, 170 davon beanstandet wegen nicht zulässiger Umbauten oder fehlender Betriebserlaubnis. 19 Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt, in einem Fall wegen fehlenden Versicherungsschutzes. Die Geschwindigkeit wurde von 2750 Fahrzeuge gemessen. 674 Fahrzeuge waren zu schnell. Ihre Fahrer müssen mit einem Verwarnungsgeld oder einer Geldbuße rechnen. 15 waren so schnell, dass sie ein Fahrverbot erwartet.

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