Schule in Rendsburg-Eckernförde : Die Schokolade zum Geburtstag bleibt

Ist in Hohn herzlich empfangen worden: Stephanie Kohn.
Ist in Hohn herzlich empfangen worden: Stephanie Kohn.

Stephanie Kohn ist seit dem 1. September Schulleiterin in Hohn. Sie bringt viele neue Ideen mit, will an Altbewährtem aber festhalten.

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26. September 2017, 11:27 Uhr

Als am 4. September zum ersten Mal im neuen Schuljahr die Pausenglocke läutete, markierte das nicht nur für die Kinder der Theodor-Storm-Schule in Hohn einen Aufbruch. Einen Neuanfang machte auch Stephanie Kohn: Die 44-Jährige ist seit dem 1. September die neue Schulleiterin im Ort.

„Ich war schon aufgeregt. Aber ich hatte vor allem ein gutes Gefühl, weil ich mit vielen meiner neuen Kollegen bereits gegen Ende der Ferien sprechen konnte. Am letzten Freitag vor Schulbeginn gab es dann noch eine Dienstversammlung, sodass mir am Montag tatsächlich nur noch die Kinder fremd waren.“ Und auch die bereiteten ihr einen warmen Empfang: In der Werner Kuhrt Halle marschierten die Schüler in einer Polonaise an ihrer neuen Rektorin vorbei, um ihr die Hand zu schütteln und einen kurzen Willkommensgruß loszuwerden. Seitdem ist Stephanie Kohn vor allem damit beschäftigt, Schule, Kollegen und Kinder besser kennenzulernen. So begleitet die gebürtige Husumerin die Lehrer immer wieder in den Unterricht. „Dabei will ich natürlich keine Showstunde sehen, sondern den ganz normalen Alltag. Ich möchte nur gucken, daraus lernen und helfen.“

Bevor die Mutter einer elfjährigen Tochter nach Hohn kam, unterrichtete sie an der Gemeinschaftsschule in Bredstedt. Dort hat Stephanie Kohn nach dem Studium in Flensburg seinerzeit auch ihr Referendariat absolviert. „Außerdem habe ich in Lindholm und Westerland auf Sylt unterrichtet.“ Im ländlichen Bereich habe sie sich immer wohlgefühlt: „Ich kenne das System mit einem Schulverband, der aus verschiedenen Gemeinden besteht.“ Deshalb habe sie sich auch bewusst gegen einen Wechsel an eine Stadtschule entschieden. „Außerdem habe ich mein Abitur an der Theodor-Storm-Schule in Husum gemacht, das passte so schön“, sagt Kohn und lächelt.

Zu diesem beruflichen Schritt habe sie sich entschieden, weil es ihr schon immer Spaß gemacht habe, Verantwortung zu übernehmen und Schule aktiv mitzugestalten. Studiert hat die Wahl-Westenseerin Mathematik und Sport für den Unterricht an Realschulen – und auch in Biologie und Physik habe sie mal ausgeholfen. Anschließend absolvierte sie parallel zum Arbeits- und Familienalltag ein Weiterbildungsstudium in Kiel in Schulmanagement und Qualitätsentwicklung. „Dieser Bereich liegt mir, ich wollte ihn gern anwenden und mich einer neuen Herausforderung stellen“, erzählt Stephanie Kohn, wie es zu ihrem Jobwechsel kam.

Während sie vorher noch 24 Stunden unterrichtet und offiziell drei weitere für ihre Zusatzfunktion als Koordinatorin aufgewendet hat, wird das in Zukunft anders aussehen: „Mein Stundenplan sieht ab dem zweiten Schulhalbjahr neuneinhalb Stunden vor. Das ist ganz ungewohnt, weil ich wirklich gern unterrichte.“ Auf die kommenden Aufgaben freut sich Kohn dennoch ebenso sehr: ob Konfliktgespräche mit Schülern, repräsentative Termine, beispielsweise vor dem Schulausschuss, oder die Neugestaltung der Schul-Internetseite. „Ich habe viele Ideen, aber der Unterricht ist nun mal unser Kerngeschäft. Ich möchte gern die Schule attraktiv halten und die Qualität noch mehr nach außen tragen.“ Gern würde sie auch den Eingangsbereich heller und freundlicher gestalten und die „Rhythmisierung der Stundenzeiten“ überprüfen, wie sie sagt.

Doch es wird sich nicht alles ändern: Eine bei den Schülern besonders beliebte Tradition hat Stephanie Kohn von ihrem Vorgänger übernommen: Geburtstagskinder bekommen eine Tafel Schokolade geschenkt. So möchte sie jedes Kind nochmal gesondert würdigen.

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