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Brekendorf : Die schönsten Stämme für Flensburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Museumsverein will historischen Hafenkran mit hochgewachsenen Douglasien aus Brekendorfer Forst nachbauen. Bis zu 20 Bäume sind dafür nötig.

Neugierig begutachtet Fred Heydorn die frisch geschlagenen Douglasien im Brekendorfer Forst. Der Kranwart und Projektleiter des Museumshafens Flensburg ist zusammen mit Zimmerermeister Arnd Papenhagen auf der Suche nach geeignetem Holz für einen zweiten Nachbau des historischen Hafenkranes von 1726. Denn die erste, 1991 eingeweihte Replik des Originals zierte nur bis zum vergangenen Herbst das Bohlwerk des Museumshafens. Insekten- und Pilzbefall hatten dem Bauwerk sehr stark zugesetzt. Wie das Original war nun auch der erste Nachbau an seine biologische Grenze gekommen. Zeit für also für Fred Heydorn und seine Mitstreiter, das historische Bild des Museumshafens zu retten.

Zimmerermeister Arnd Papenhagen, welcher den Auftrag für den Aufbau des neuen Modells bekommen hatte, war nach einer Anfrage bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten an die Försterei Brekendorf verwiesen worden. Gemeinsam mit Revierförster Rainer Mertens haben die beiden 15 bis 20 Bäume ausgesucht, die Holz für den neuen „alten Kran“ liefern sollen. Gestern begann nun der Holzeinschlag im Brekendorfer Forst.

„Wir haben uns für Douglasien entschieden, weil das Holz sehr haltbar im Außenbereich verbaut werden kann“, erläutert der Förster die Vorteile der Nadelbäume. Die Gruppe der Rothölzer, zu der die Douglasie gehöre, zeichne sich ebenfalls durch ein besonders hartes Kernholz aus, so Mertens weiter. Jenes ist als rötliche Verfärbung an der Schnittfläche zu erkennen. „Außerdem lagern die Bäume Stoffe ein, welche das Holz haltbarer machen“, weiß der Fachmann.

Zwischen 60 und 100 Jahre lang sind die Douglasien auf den eiszeitlich geprägten Standorten der Försterei Brekendorf gewachsen. „Um 1905 haben die ersten Aufforstungen auf landwirtschaftlichen Flächen begonnen“, gibt Revierleiter Mertens einen kurzen Einblick in die Historie der Försterei. Ideale Bedingungen also für gut gewachsenes Holz. Das weiß auch Arnd Papanhagen: „Die Stämme müssen gesund und gradschäftig sein“, beschreibt der Zimmerermeister seine genauen Vorstellungen von dem Material, das er sucht.

Vor Ort sind die Forstwirte der Landesforsten gerade dabei, die letzten Stämme zu fällen. Gleich anschließend vermisst Förster Rainer Mertens sowohl die Dicke als auch die Länge der geschlagenen Hölzer. Das diene der Überprüfung, ob sich die Stämme auch wirklich für den historischen Kran eignen. „Das stärkste Element muss eine Länge von 21,5 Metern und am dünneren Ende eine Mindeststärke von 27 Zentimetern haben“, gibt Arnd Papenhagen die Maße vor. Am Donnerstag und Freitag wollen er und seine Mitarbeiter die Stämme von der Rinde befreien. Gegen Ende Februar soll das Holz dann gerückt und nach Flensburg transportiert werden, plant Papenhagen. „Nach der Ablagerung kann im April oder Mai angefangen werden zu Zimmern“, hofft Projektleiter Fred Heydorn auf baldigen Fortschritt. Das Geld für den erneuten Nachbau des historischen Krans ist mittlerweile zusammengesammelt. „Wir haben ein Kranfest mit vielen Künstlern gefeiert, das Holz der ersten Replik versteigert und zum Teil sehr großzügige Spenden bekommen“, freut sich Heydorn über die große Unterstützung.

Einen genauen Termin für die Fertigstellung des Wahrzeichens traut sich der Projektleiter noch nicht zu nennen. „Der Traum wäre aber, den Kran rechtzeitig zur Rum-Regatta einweihen zu können“, wünscht sich Fred Heydorn. Das traditionelle Hafenfest findet vom 5. bis 8. Mai in Flensburg statt.

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