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Die Schönheit des Klangs spielt für Pedro Halffter eine entscheidende Rolle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zügig ging es zur Sache. Am Tag vorher noch mit DVD-Aufnahmen für Verdis „Rigoletto“ in Peking engagiert, begrüßte Pedro Halffter ohne lange Vorreden das Festival-Orchester in der ACO Thormannhalle zur Probe. Zuerst ließ er allein die Trompeten-Passage aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie spielen, danach das ganze Orchester: Hohe Effektivität auf dem Weg zur Klangschönheit.

Im Gespräch mit der Landeszeitung erklärte der 1971 in Madrid geborene Sohn einer spanischen Komponisten- und Dirigentenfamilie seine Liebe zu dieser Musik: „Seit meiner Kindheit bin ich durch meinen Vater mit Gustav Mahlers Musik vertraut. Mahler war kein Komponist im üblichen Sinn, sondern ein Dirigent, der Musik schrieb.“ Halffter weiter: „Er hatte Klangvorstellungen im Kopf, die weitaus umfangreicher waren, als es mit Notenschrift fixiert werden kann.“ So gibt es in der Partitur detaillierte Wort-Anweisungen für den Dirigenten, die Klangvorstellungen erklären, die der Komponist während eines Ganges durch den Wiener Prater aufnahm. Dort hörte er im Hintergrund gleichzeitig viele verschiedene Volksmusiken mit Ländler- und Walzerrhythmen. Diese Polyphonie lernen Orchestermitglieder und Zuhörer kennen.

Wie in der letzten Probenphase der Orchesterakademie üblich, dirigiert Pedro Halffter auch ein eigenes Werk. „Abadón“ steht im Neuen Testament für den „Engel des Abgrunds“. Die Vorahnungen des Ersten Weltkriegs – die bereits in der 1904 uraufgeführten 5. Sinfonie von Mahler erkennbar sind – nimmt Halffter in seinem Werk auf. Für den Dirigenten und Komponisten spielt die Schönheit des Klangs eine entscheidende Rolle. Das Festival-Orchester unterstützt ihn dabei aufs allerbeste: „Eine Freude. Das Orchester spielt wunderbar und ist bestens vorbereitet!“

Das hörte man schon beim ersten Durchlauf: Schon einzigartig, aber im Detail noch verfeinerbar. Dafür war Pedro Halffter schließlich aus Peking angereist. Noch mehr feingesponnene und schöne Klänge gibt es in der Generalprobe mit der spanischen Gitarrenlegende Pepe Romero, wenn das populäre Concerto d‘Aranjuez von Joaquin Rodrigo erklingt.

Generalprobe, Do., 7. Aug.,
20 Uhr, Thormannhalle, 18 Euro.

Karten unter Telefon 0431 / 237070, an der Abendkasse (nach Verfügbarkeit). Einlass 60 Minuten vor Probenbeginn. Konzerte Fr., 8. Aug., 20 Uhr, Kieler Schloss, Sa., 9. Aug., 20 Uhr, Lübeck, Muk


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