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Rendsburg : Die Rost-Brücke in der Schleife wird 2015 ersetzt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Deutsche Bahn kündigt den Baubeginn für März 2015 an. Die Stadt muss 1,4 Millionen Euro dazugeben.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Der Teufel steckt in Paragraf 4: „Bei allen übrigen ... Erneuerungen ... werden die Kosten von der Stadt und der Bundesbahn je zur Hälfte getragen“, heißt es in einem am 25. Mai 1956 vom stellvertretenden Bürgermeister und einem Vertreter der Bahn unterzeichneten Vertrag. Knapp 60 Jahre später kommt diese Vereinbarung Rendsburg teuer zu stehen: Rund 1,4 Millionen Euro wird die Stadt berappen müssen, weil eine Brücke im Zuge der Schleife ersetzt werden muss (wir berichteten). Jetzt steht fest, wann über dem Sundewitter Weg gebaut wird. Wie ein Sprecher der Bahn auf LZ-Anfrage mitteilte, ist die Bauausführung für den Zeitraum März 2015 bis März 2016 geplant. „Der vorhandene Stahlüberbau wird beseitigt und durch ein Stahlbetonbauwerk ersetzt.“

Das Vorhaben sei vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt worden, heißt es aus der Pressestelle in Hamburg. In der Entwurfsplanung seien 2,8 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Stadt Rendsburg und die DB Netz AG zahlen je die Hälfte, da in diesem Fall das so genannte Wegekreuzungsgesetz greift. In dem Vertrag aus dem Jahre 1956 hatte die damalige Deutsche Bundesbahn der Stadt das Gelände unter der Brücke unentgeltlich für den Bau einer Straße überlassen. Die Stadt konnte dadurch das Gebiet am Sundewitter Weg erschließen. Ein zur Werft Saatsee führendes Industriegleis, das ebenfalls unter dem Durchlass verläuft, ist mittlerweile stillgelegt. Brombeersträucher haben die Trasse in Beschlag genommen.

Weiter beansprucht wird hingegen der Sundewitter Weg, der sich im Bereich der Unterführung auf eine Spur verengt. Für Fußgänger steht nur ein etwa 50 Zentimeter schmaler Absatz zur Verfügung. Einige der Bewohner im Sundewitter Weg regen sich darüber auf. Sie fordern einen richtigen Bürgersteig, auf dem vor allem Kinder vor den Lkw und Autos geschützt seien. Die gute Nachricht: In der Planvariante, die von der Politik abgesegnet wurde, ist ein 1,50 Meter breiter Fußweg verzeichnet. Die Straße wird vier Meter breit, das Industriegleis in die Fahrbahn integriert. Die Gesamtbreite der Unterführung verringert sich um drei auf sechs Meter.

Und warum wird die Brücke überhaupt noch benötigt? Denkbar wäre auch eine Verlängerung des Sundewitter Wegs, der als Sackgasse endet, bis zur Blenkinsopstraße. Diese führt zu einem breiteren und besser erhaltenen Schleifendamm-Durchlass unweit der Fachstelle Maschinenwesen Nord, die zur Kanalverwaltung gehört. Das Problem: Die unbefestigte Verbindung zwischen beiden Straßen ist in privater Hand. Nur Anlieger, Fußgänger und Radfahrer dürfen sie nutzen. Bauamtsleiter Frank Thomsen hatte dazu in einer Sitzung des Bauausschusses erklärt, dass die Anbindung des Sundewitter Wegs an die Blenkinsopstraße für den öffentlichen Verkehr nicht zu verwirklichen sei. Der Bereich befinde sich nicht in städtischem Eigentum, und ein Ankauf von Grundstücksflächen sei nicht realisierbar.

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