Tipps vom Psychologen : Die richtige Balance im Leben finden

Sind die verschiedenen Lebensbereiche im Gleichgewicht, fühlt sich der Mensch wohl.
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Sind die verschiedenen Lebensbereiche im Gleichgewicht, fühlt sich der Mensch wohl.

Was können wir tun, damit das neue Jahr glücklich wird? Nicht zu viel Arbeiten, auch Hobbys Zeit widmen. Gute Freunde können sehr hilfreich sein, wenn es um Lebenszufriedenheit geht, sagt Psychologe Jörg Mekelnburg.

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01. Januar 2015, 19:29 Uhr

Nie werden mehr gute Vorsätze gefasst als in der Silvesternacht. Aber die meisten dieser Pläne werden nie umgesetzt. Dabei ist der Gedanke hinter den guten Vorsätzen löblich: Gut soll es uns gehen im neuen Jahr. Wie es gelingen kann, dass wir uns wohl fühlen, erklärt Jörg Mekelnburg. Der Rendsburger Diplom-Psychologe sieht als wichtigen Ausgangspunkt die Fragen: „Was ist mir im Leben wichtig? Und wie viel Energie steht mir zur Verfügung, um dies zu erreichen?“

Das Gleichgewicht im Leben herzustellen, wird vielfach mit dem Begriff „Work-Life-Balance“ definiert (siehe Kasten rechts). Mit einer anschaulichen Methode könne jeder für sich klären, was ihm wichtig ist, so Mekelnburg. Ein Glas mit Wasser sei die Energie oder Zeit, die jedem Menschen am Tag oder in der Woche zur Verfügung stehe. Einzelne Gläser stünden für die Bereiche, denen Aufmerksamkeit gezollt werden soll: Beruf, Freunde, Familie, Hobby. Jeder könne diese Bereiche individuell für sich definieren, so der Psychologe.

Nun soll das Wasser auf die Gläser verteilt werden. „Der Tag hat nur 24 Stunden“, sagt Mekelnburg. „Ich muss entscheiden: Wie viel Zeit nehme ich mir wo für?“. Oft bleibt für Freunde und Familie nur ein kleiner Schluck übrig, weiß der Fachmann für die seelischen Belange. Bei den meisten Menschen werde der Beruf einen Großteil der Zeit aufzehren – gewollt, weil sie eine Karriere anstreben, oder ungewollt, weil Überstunden verlangt werden.

„Gerade Männer pflegen außerhalb der Arbeit nur wenige Beziehungen“, so Jörg Mekelnburg. Das könne sich als fatal erweisen. Mekelnburg ist sich bewusst, dass von Arbeitnehmern heute immer mehr verlangt wird, die Präsenz-Pflicht ist vielen Büros groß ist. Das es auch anders geht, beweisen die skandinavischen Länder. „Sitzt hier jemand noch nach 16 Uhr im Büro, wird er gefragt, ob es in seiner Ehe kriselt oder zu Hause etwas nicht in Ordnung ist.“ Ein ganz gegenteiliges Bewusstsein herrsche in Deutschland.

Wenn zu viel Energie in die Arbeit investiert wird, vergleicht der Psychologe dies mit einem dreibeinigen Schemel. „Wenn dann ein Bein – nämlich die Arbeit - wegfällt, bricht der ganze Schemel zusammen.“ Und der Job sei heute in vielen Fällen nicht mehr sicher. Auffangen könnten einen Familie oder Freunde oder beides. „Tragende oder belastbare Beziehungen“ seien gerade in Krisenzeiten wichtig. Allerdings müsse zuvor etwas dafür getan werden, damit einem bei Problemen Menschen hilfreich zur Seite stehen. „Freunde sind wie Pflanzen, man muss sie pflegen“, zitiert er ein Sprichwort. Und es sind keine Facebook-Freunde gemeint, sondern persönliche soziale Kontakte.

Kommt es zu Krisen, rät der Fachmann: „Benennen Sie das Problem“. Das sei oftmals schon der erste Schritt zur Lösung. Hilfreich könne auch sein, sich an ähnliche Situationen zu erinnern und daran, wie man sie gelöst hat. Wenn man am Ende des Jahres nach überwundener Krise zurück blicke, könne man sehen, was geholfen hat und sich der eigenen Stärken bewusst werden.

Stichwort: Work-Life-Balance

> Der Begriff steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance).

>Beruf,Familie, soziale Aktivitäten, Freizeit werden im Zusammenhang als verschiedene Lebensbereiche verstanden, die im Gleichgewicht gehalten werden sollen

> Die Thematik der Work-Life-Balance hat für die Einzelperson je nach Lebensalter und Lebenssituation andere Schwerpunkte, auch in Abhängigkeit von der individuellen Antwort auf den Sinn des Lebens und der eigenen Auffassung von Glück.

> Ein Gleichgewicht zwischen den Lebensbereichen ist ein dynamisches Gleichgewicht, da sich die persönlichen Lebensumstände und äußeren Bedingungen stets wandeln können.

Quelle: Wikipedia

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