Die Rendsburger Schlager-Schmiede

Die 20 Teilnehmer des Schlager-Workshops sammeln sich um das Nordkolleg-Logo.
Die 20 Teilnehmer des Schlager-Workshops sammeln sich um das Nordkolleg-Logo.

Dänen, Deutsche und Österreicher lernten im Nordkolleg das Liederschreiben

shz.de von
03. April 2019, 17:27 Uhr

„Man singt die Gefühle, die man fühlt. Man singt, wie es ist“ – charakterisiert Sängerin Maite Kelly den Schlager. Was den Erfolg ausmacht, zeigten Tobias Reitz und Edith Jeske, Begründerin der Celler Schule, im Nordkolleg-Kursus „Der Schlager schlägt zu“. Er fand mit großer Beteiligung zum zweiten Mal statt.

Von beiden erfolgreichen Könnern und Kennern ihres Fachs lernten die Teilnehmer aus Dänemark, Deutschland und Österreich, worauf es beim Schreiben von Songtexten ankommt. Vier Tage belegten sie den neuen U-Bereich inklusive Tonstudio. Auf dem Lehrprogramm standen Kreativtechniken und Methoden für das Schreiben und Textformen in einer Schreibwerkstatt.

Zusätzlich konnten die Teilnehmer mitgebrachtes Material gemeinsam weiterentwickeln. Sie wurden einzeln und in Gruppen fortgebildet. Für die Produktion eines professionellen Demos hatte Julian Neumann (28), studierter Gitarrist der Hamburger „School of Music“, sogar eine transportable Studiotechnik mitgebracht. Mit einigen Teilnehmern produzierte er in nächtelanger Arbeit am Computer nahezu veröffentlichungsreife Songs. „Nahezu“, weil beim gemeinsamen Abhören von der gesamten Gruppe hier und da noch feinste Verbesserungsmöglichkeiten erkannt wurden.

Text und Musik sollen perfekt zueinander passen und sich logisch ergänzen. Bewundernswert, wie sehr Edith Jeske in die Tiefe ging. „Die Sänger sollen das tun, was sie am besten können und was ihnen leicht fällt!“ Sie nannte Künstler, denen einige Vokale leichter fallen: „Udo Jürgens ist ein I-Typ“ und sang „Merciee Cheriee“ vor.

Wenig Anstrengung beim Hören sowie musikalisch und gesangliche Perfektion machen den Erfolg eines Songs aus. Dabei ist es wichtig, dass Empfindungen ehrlich ausgedrückt werden und leicht nachzuempfinden sind.

„Liebe“ ist nicht das einzige Thema von Schlagern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Ein Song könnte vieles zum Inhalt haben. Zum Beispiel Erinnerungen an eine Farbe, Kleidung, Landschaft, Mahlzeit, Person, an ein Auto, Blume, Gebäude, Gesicht, Tier, an einen Kurzfilm, Wetter oder einen anderen Menschen“ zählte Reitz Songthemen auf, die jeden betreffen. Schlager mit großer Zukunft als neue Form des Volksliedes.

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