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Für Notfall gerüstet : Die Region wappnet sich gegen Ebola

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Imland-Klinik organisiert Notfall-Management. Das Gesundheitsamt lädt Verwaltung, Ärzte, Rettungsdienst und Feuerwehr zum Arbeitstreffen ein.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Aufklärung und Sachlichkeit sind Petra Struve beim Thema Ebola wichtig. Die Ärztliche Direktorin an der Imland-Klinik ist Fachärztin für Innere Medizin. Sie weiß, wie gefährlich der Erreger ist und dass die Erkrankung tödlich enden kann. Mediziner halten es für unwahrscheinlich, dass Ebola jemals in und um Rendsburg auftreten wird. Panik sei nicht angesagt. Prävention schon. Deshalb haben die Mediziner am größten Krankenhaus der Region in den vergangenen Wochen vorgesorgt. Für den Fall eines Ebola-Verdachts greift ein eigener Notfallplan. Spezielle Schutzanzüge, die es bislang an der Klinik nicht gab, wurden angeschafft. In den Häusern Rendsburg und Eckernförde gibt es jetzt jeweils einen Isolationsraum, der innerhalb kurzer Zeit so abgesperrt werden kann, dass nur ein sehr kleiner Personenkreis Kontakt zum mutmaßlichen Ebola-Patienten hat.

„Es gibt gute Gründe, dass wir vorsichtig sind“, sagt Struve. Der Angst in der Bevölkerung müsse man „ruhig und sachlich“ entgegen treten. In der Imland-Klinik habe man die nötigen Vorkehrungen getroffen. Wie geht man mit einem Ebola-Verdachtsfall um? Und handelt es sich überhaupt um einen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Vorsorge. Wahrscheinlichstes Szenario: Eine Person mit Fieber, Durchfall und Erbrechen bittet in der Lobby des Krankenhauses um Hilfe. Alle Symptome sind typisch für Ebola. Sie gehören aber auch zum Alltag einer Klinik. Das macht die Unterscheidung zwischen einem vergleichsweise harmlosen Ereignis und Ebola zum Problem.

Ob es sich bei einem Erstverdacht auf Ebola-Fieber um einen begründeten Verdachtsfall handelt, erfolgt auf der Grundlage von Kriterien, die das Robert-Koch-Institut (RKI) zusammengestellt hat. „Wir sind gehalten, uns nach den Vorgaben des RKI zu richten“, sagt die Ärztliche Direktorin.

Regel eins: Erscheint ein Erkrankter mit mehr als 38,5 Grad Fieber und den beschriebenen Begleitsymptomen, hält der Arzt mindestens einen Meter Abstand und trägt Handschuhe, Schutzbrille, Schutzkittel und Maske. Dann folgen die entscheidenden Fragen: War der Kranke in den drei Wochen vor Beginn der Erkrankung in Gebieten, in denen Ebola grassiert? Hatte er Kontakt zu Ebola-Erkrankten oder -Verstorbenen? Gab es Kontakt mit erregerhaltigem Material? Beantwortet der Patient alle Fragen mit Nein, wird er wie jeder andere behandelt. Bei einem Ja hingegen greift der Notfallplan.

Ebola-Verdachtsfälle werden dem Gesundheitsamt umgehend gemeldet. Alles weitere liegt dann nicht mehr in der Entscheidungsgewalt der Imland-Mediziner. Jede weitere Handlung darf nur in enger Abstimmung mit dem Amtsarzt und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erfolgen. Nächstes Ziel ist es, den Ebola-Patienten ins Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE) zu verlegen.

Um die Abläufe bei einem möglichen Ebola-Verdachtsfall zu besprechen, hat der Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises für kommenden Mittwoch zu einem Arbeitstreffen geladen. Teilnehmer sind unter anderem Vertreter von Imland-Klinik, Rettungsdienst, Feuerwehr und der Kassenärztlichen Notfallpraxis.

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