Bogenschießen : Die Nummer eins in Europa

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Bogenschütze Florian Kahllund aus Fockbek ist Europameister mit dem olympischen Recurvebogen. Bei den Meisterschaften in Armenien setzte sich der 21-jährige Student im Finale gegen den Weißrussen Anton Prepilov durch.

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28. Juli 2014, 06:00 Uhr

Florian Kahllund beendete den Wettbewerb standesgemäß. Den letzten Pfeil im Finale der Europameisterschaft der Bogenschützen in Echmiadzin (Armenien) schoss der 21-Jährige aus Fockbek Mitten in die Zehn. Volltreffer. Mit 28:27 Ringen hatte Kahllund nicht nur den vierten Satz gegen den Weißrussen Anton Prepilov gewonnen, sondern mit 7:1 Punkten auch das Finale – und den ersten internationalen Titel seiner noch jungen Karriere. Kahllund ist die Nummer eins in Europa. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagte der Informatik-Student, der nach seinem historischen Sieg beim Weltcup in Antalya Mitte Juni erneut Geschichte geschrieben hat. „So weit ich weiß, bin ich der erste Deutsche, der mit dem Recurvebogen Europameister geworden ist.“

Und fast wäre er sogar als Doppel-Europameister aus Armenien heimgekehrt. Doch im Teamwettbewerb zuvor unterlag Kahllund mit Simon Nesemann (Nürnberg) und Christian Weiss (Köln) im Finale Frankreich mit 1:5 und holte „nur“ Silber. „Schade, dass es mit dem Team nicht ganz gereicht hat, aber dafür hätten wir besser schießen müssen. Wir sind leider alle etwas unter unseren Möglichkeiten geblieben.“ Im Einzel-Finale zeigte der Fockbeker dann aber noch einmal sein ganzes Können und bewies eindrucksvoll, dass er derzeit zu den Besten dieser Sportart weltweit zählt. Von Beginn an hatte Prepilov der Konzentration und Präzision Kahllunds wenig entgegenzusetzen. Der Fockbeker, der den Wettkampf eröffnete, übte gleich mit dem ersten Pfeil Druck auf den Weißrussen aus. „Da ich in der Qualifikation besser als Anton war, durfte ich wählen, ob ich anfange oder er. Ich habe es aber lieber, wenn ich agieren kann und nicht reagieren muss.“ Mit 27:26 Ringen gewann der Fockbeker den ersten Satz (pro gewonnenem Satz gibt es 2:0 Punkte), der zweite Durchgang ging mit 29:25 noch deutlicher an Kahllund. Beim 27:27 im dritten Satz, als beide Kontrahenten mit dem letzten Pfeil nervenstark die Zehn trafen, gestatte Kahllund dem Weißrussen einen Ehrenpunkt, bevor er sich mit 28:27 und wieder einer Zehn mit dem letzten Pfeil den vierten Satz und somit den Gesamtsieg holte. „Der erste internationale Titel fühlt sich gut an“, meinte Kahllund. „Aber der Weltcupsieg in Antalya ist sportlich noch wichtiger einzuordnen.“ Denn bei den kontinentalen Wettkämpfen in Armenien fehlten die starken US-Amerikaner und die Asiaten. „Das Niveau ist bei einem Weltcup ungleich höher als bei einer Europameisterschaft.“

Am Freitag greift der Fockbeker erneut nach Gold. Dann aber nicht in Form einer Medaille, sondern eines 500 Gramm schweren Barrens. Das ist der üppige Preis, der auf den Sieger eines Showturniers in Stuttgart wartet, zu dem acht der weltbesten Schützen eingeladen sind. Kahllund: „Es wäre nicht schlecht, wenn ich auch dort öfter die Zehn treffe.“

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