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Die „Neue Heimat“ der Stadt schreibt rote Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 15:02 Uhr

Die Seniorenwohnanlage Neue Heimat ist in wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Der städtische Eigenbetrieb machte im vergangenen Jahr 204 000 Euro Verlust. Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres steht bereits ein Minus von 237 000 Euro zu Buche. Diese Zahlen werden im Halbjahresbericht der Stadt über die Eigenbetriebe genannt. „Sollte sich der negative Trend fortsetzen, würde der Jahresfehlbetrag auf 400 000 Euro ansteigen“, heißt es in dem Papier. Auf ihren letzten Sitzungen befassten sich Senat und Finanzausschuss mit dem Thema. Beschlossen wurde, ein externes Gutachten zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Seniorenwohnanlage in Auftrag zu geben. Die Betriebsleitung wurde aufgefordert, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um die „Neue Heimat“ zu konsolidieren. Wegen seiner über 100-jährigen Tradition und der städtischen Trägerschaft verfügt das Haus in der Region nach wie vor über einen guten Ruf.

Als ein Grund für den Abwärtstrend wird die sinkende Auslastung genannt. Lag die Belegungsquote 2012 noch bei 99,6 Prozent, wurden im Jahr darauf nur noch 96 Prozent erreicht. In diesem Jahr wird eine durchschnittliche Auslastung von 90 bis 92 Prozent erwartet. „Die Anzahl der Personen, die wir aus der Kurzzeitpflege übernommen haben, ist drastisch gesunken“, sagt Betriebsleiter Marcus Speck (42), der das Haus seit Jahresbeginn führt. Im Vergleich mit anderen Einrichtungen ähnlicher Größe seit die Belegungsquote aber noch gut. Der Landesdurchschnitt liege bei 80 Prozent. Nachteilig wirkt sich auch der Fachkräftemangel im Pflegebereich aus. Aus diesem Grund wurde vermehrt externes Personal über eine Zeitarbeitsfirma eingestellt. Den Faktor Zeitarbeit werde man eindämmen, kündigte Speck an und meldete bereits erste Erfolge. Kürzlich sei neues Fachpersonal fest eingestellt worden. Zudem habe man zum 1. Oktober die Pflegesätze erhöht, um die Kosten durch steigende Energie- und Wasserkosten aufzufangen. Zudem werde man die Werbung intensivieren und den Internet-Auftritt überarbeiten.

Noch können die Verluste durch Geld aus der Gewinnrücklage ausgeglichen werden. Sie hatte Ende 2013 einen Bestand von 790 000 Euro. Das mögliche Minus im Wirtschaftsjahr 2015 könnte das Polster jedoch vollständig aufbrauchen. Dies will die Stadt unbedingt vermeiden. Das bis 4500 bis 6000 Euro teure Gutachten, das auch mittel- und langfristige Empfehlungen gibt, wird Mitte November erwartet.

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