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Neue Staufalle droht : Die nächste Großbaustelle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Eiderbrücke im Zuge der B77 muss ersetzt werden. Jetzt suchen die Behörden nach einer Umfahrung, die möglichst wenig Staus verursacht.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Zwischen Pferden und Pferdestärken liegen am Klint nur Meter. Schräg unterhalb der Brücke über die Eider befindet sich eine Koppel, oben rauscht auf der Bundesstraße 77 der Verkehr. Im Sommer grasen auf dem auch landwirtschaftlich genutzten Grün Pferde, die zur Reitanlage Klint der Familie Hinrichs gehören. Nach Lage der Dinge wird diese Weidefläche mittelfristig wegfallen. Für den Bau einer provisorischen Eider-Querung westlich der jetzigen Brücke wird Platz benötigt. Bis 2017 muss das bestehende Konstrukt ersetzt werden. Es ist marode und darf nur noch befahren werden, nachdem vor zwei Jahren hunderte zusätzliche Stahlträger angebracht wurden. Laster über 40 Tonnen sind trotz des Korsetts weiter verboten.

Für die Bauarbeiten werden mehrere Jahre veranschlagt. Nun suchen die Behörden nach der besten Verkehrsführung, um die Staus kurz zu halten und ein Chaos wie im Fall der Rader Hochbrücke zu vermeiden. Zur Wahl stehen drei Varianten, die der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) ausgearbeitet hat. Am kommenden Dienstag werden sie dem Bauausschuss vorgestellt.

Keine Lösung kommt ohne eine Baustellenbrücke aus. Doch wie breit darf und soll sie sein, wieviel Natur muss weichen, was kostet sie? Darum geht es beim Eintritt in die Entwurfsphase.

Bei Variante 1 wird die Eiderbrücke zunächst nur halbseitig zurückgebaut, während die westliche Hälfte weiter auf zwei Fahrstreifen genutzt werden kann. Hinzu käme eine Behelfsbrücke mit zwei Spuren. Kosten: 2,37 Millionen Euro. Mit insgesamt nur zwei Spuren kommt dagegen Variante zwei aus. Der Verkehr wird über ein neun Meter breites Provisorium geführt. Der Landesbetrieb favorisiert diese Umgehung, weil sie „die kostengünstigste Variante und auch aus naturschutzfachlicher Sicht am verträglichsten“ ist, wie es in einem LBV-Brief an die Stadt heißt. Zudem sei auch beim Neubau der Brücke „Klinter Weg“ 2004 eine zweispurige Umfahrung ausreichend gewesen. Kosten: 2,35 Millionen Euro.

Variante 3 frisst am meisten Geld und Raum. Sie kostet 3,74 Millionen Euro und verspricht das geringste Staurisiko. Der Verkehr rollt auf einer 13,70 Meter breiten Notbrücke vierspurig über die Eider.

Welches Modell zum Zug kommt, hängt auch von den Reaktionen der Betroffenen ab. Stadt und Kreis wurden um Stellungnahmen gebeten. Aus Sicht der Schwemer-Behörde kommt nur eine vierspurige Baustellenbrücke infrage. „Für uns gibt es da keine zwei Meinungen, alles andere machen wir nicht mit“, sagte Günter Wischnewski, Leiter der Verkehrsaufsicht. „Mit nur zwei Spuren würden wir das gleiche Theater wie am Kanaltunnel erleben. Das ist der Wirtschaft und den Leuten in der Region nicht mehr zuzumuten.“

Familie Hinrichs von der Reitanlage Klint wurde durch die Anfrage der Landeszeitung vom Stand der Planungen überrascht. „Mit uns hat noch keiner gesprochen“, sagte Susanne Hinrichs. Die Vorsitzende des Reitervereins St. Hubertus sorgt sich, dass viele Kinder und Jugendliche vor allem aus dem Stadtteil Hoheluft die Reitanlage mit dem Rad nur noch schwer werden erreichen können. Unter der Eiderbrücke befinden sich ein Wirtschafts- sowie ein Geh- und Radweg. Und laut LBV werden beide Verbindungen während der Bauphase aus Sicherheitsgründen gesperrt.

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