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Rendsburg-Eckernförde : Die meisten Vermissten tauchen schnell wieder auf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

2013 gab es im Kreis 522 Vermissten-Fälle. Bis auf einen sind alle geklärt: Eine Rentnerin verschwand 2009 und wurde nie gefunden.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Ein grausiger Fund Ende März machte der Suche nach Anja L. aus Klein Rheide ein Ende: Über zwei Wochen hatte die Polizei die 32-Jährige gesucht, bevor sie tot gefunden wurde (wir berichteten). Und die 33-Jährige, die Ende Februar leblos im Kropper Diakoniewald gefunden wurde, war sogar über mehrere Monate vermisst. Solche Fälle sind laut Detlev Kuhn von der Kriminalpolizei Rendsburg selten. 522 Vermissten-Fälle gab es 2013 im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die meisten davon klärten sich Kuhn zufolge noch am gleichen Tag.

„Der Großteil sind Jugendliche und Heranwachsende. Diese Fälle sind oft zügig abgearbeitet, weil sie meistens nach einigen Stunden wieder zurück sind“, so Kuhn. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik waren 2013 insgesamt 401 Vermisste zwischen 14 und 21 Jahre alt. 62 waren im Erwachsenenalter. 59 waren noch Kinder. Dass die 14- bis 21-Jährigen oft schnell wieder auftauchten, dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Vermisste für die Polizei grundsätzlich schwierige Fälle ohne Routine sind. „Das erfordert viel Fingerspitzengefühl“, so Kuhn. Als stellvertretender Kripo-Chef und Leiter des Sachgebiets 1 ist er direkt für diese Fälle zuständig. Grundsätzlich stehen der Polizei viele Möglichkeiten zur Verfügung, etwa Suchhunde, Aufrufe über Rundfunk und Hubschrauber mit Wärmebildkameras. „Das ist aber nicht alltäglich“, sagt Detlev Kuhn. Kinder gelten als vermisst, sobald sie aus dem Wirkungsbereich der Eltern verschwunden sind. „Dann sind wir schon sehr sensibilisiert und leiten Sofortmaßnahmen ein.“ Dazu gehöre auch die Fahndung, bei der die Dienststellen informiert werden. Je nachdem, ob es auf die Nacht zu gehe oder der Vermisste in schwierigem Gelände gesucht werde, müsse über weitere Maßnahmen entschieden werden. Besonders aufmerksam werden die Beamten, wenn Senioren im Winter vermisst werden. Dann sei dir Gefahr des Erfrierens groß und es bleibe nur ein kleines Zeitfenster für die Suche.

Zunächst werde jedoch das Umfeld des Vermissten befragt, etwa Familienmitglieder und Freunde. „Da hören wir genau hin“, so Kuhn. Denn bei Erwachsenen greife etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht. „Dann wird nicht gleich die Maschinerie in Gang gesetzt wie bei Kindern und Jugendlichen.“ Wenn es jedoch Hinweise auf Selbstmordabsichten gebe, müsse die Polizei zur Gefahrenabwehr tätig werden.

Von den 522 Fällen des vergangenen Jahres sind alle bis auf einen geklärt, denn es gibt eine Langzeitvermisste im Kreis. Eine Rentnerin ist im Jahr 2009 aus einem Pflegeheim verschwunden und nie gefunden worden.

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