Teilabriss : Die letzten Tage des alten Kaufhauses

Am Donnerstag begannen die Arbeiter, den grau verputzten Altbau abzureißen, in dem sich einst der Hertie-Eingang befand.
1 von 3
Am Donnerstag begannen die Arbeiter, den grau verputzten Altbau abzureißen, in dem sich einst der Hertie-Eingang befand.

Es rummst mächtig in der Rendsburger Altstadt: Der ehemalige Hertie-Eingang wird abgerissen, das Inventar entsorgt.

shz.de von
20. Juli 2018, 12:33 Uhr

Schon bald wird nichts mehr daran erinnern, dass in dem Gebäude am Altstädter Markt einmal ein Kaufhaus beheimatet war. Gestern begannen die Bauarbeiter damit, den Altbau abzureißen, in dem sich einst der Hertie-Eingang befand. Der grau verputzte Trakt befindet sich am Eckpunkt des L-förmigen Komplexes. Die anderen Gemäuer des einstiegen Kaufhauses bleiben zwar stehen – doch innen wird alles runderneuert.

Alle Regale sind entfernt, auch Kassen sucht man vergebens. Der Fußboden besteht nur noch aus nacktem Beton. Herumliegende Estrich-Stücke erinnern daran, dass der Untergrund einst ein anderer war. Jan-Erik Joyte von der Abbruchfirma „Elly Nickels“ aus Rendsburg hob die Brocken in eine Schubkarre. Anschließend fuhr er den Abfall zu einer Öffnung in der Wand und beförderte ihn in einen Container.

Die Räume werden bis auf die Bausubstanz freigelegt, berichtete der stellvertretende Bauleiter Hans Henning Höft. Das gleichnamige Unternehmen aus Flensburg koordiniert den Umbau vom Warenhaus in ein Pflegeheim. Besonders aufwendig war es, die alten Kühlzellen zu entsorgen, berichtete Höft. In den vergangenen Tagen ging es den Rolltreppen an den Kragen: Stufe für Stufe bauten Patrick Gercken und Mateo Niksic sie auseinander. Bis spätestens Ende August soll die Entkernung abgeschlossen sein.

75 Prozent der Fläche des Hertie-Baus werden saniert, der Rest abgerissen und neu aufgebaut. Die meisten Abschnitte verfügen über Stahlbeton-Decken sowie ein solides Fundament und können deshalb stehen bleiben. Der Altbau dagegen steht auf einem Untergrund, der „nicht tragfähig“ ist, und muss deshalb inklusive Keller und Fundament demontiert werden, erklärte Höft. Auch die Decken des Altbaus waren instabil: Sie hingen sichtlich durch. Absperrband signalisierte den Arbeitern im Inneren, den Bereich unter diesen Decken zu meiden. „Wir achten sehr auf Sicherheit“, sagte Höft. Nicht mit einer Abrissbirne wird das Gebäude mit dem Eingangsbereich dem Erdboden gleich gemacht, sondern Stück für Stück mit einem Bagger. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Mauern unkontrolliert einstürzen, so Höft.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen