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Schlechte Noten vom ADFC : Die Leiden der Rendsburger Radfahrer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Grünen-Politiker Klaus Schaffner stellt eine Mängelliste im Bauausschuss vor. Die Politik will jetzt handeln. Die Stadt soll fahrradfreundlicher werden.

Rendsburg | Über die Verkehrsführung an der Baustelle am Grünen Kranz in Rendsburg zeigt sich Klaus Schaffner, Fraktionschef der Grünen, verärgert. Radfahrer werden durch eine Absperrung auf die gegenüberliegende Straßenseite „gezwungen“ und müssen dort ihr Rad etwa hundert Meter schieben. „Oder sie befahren den Radweg in Gegenrichtung und verhalten sich damit verkehrswidrig“, stellt er fest. An solchen Baustellen müsse für Radfahrer ein Streifen auf der Fahrbahn ausgewiesen werden, lautet seine Forderung. Nur so sei eine sichere Vorbeifahrt möglich.

Am Grünen Kranz müssen Radfahrer die Seite wechseln.
Am Grünen Kranz müssen Radfahrer die Seite wechseln. Foto: Becker

Die Verkehrsführung an Baustellen steht an der Spitze einer Mängelliste, die der Grünen-Politiker jetzt im Bauausschuss vorlegte. Diese zeigt auch die Bewertungen auf, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für Rendsburg abgegeben hat. Danach erhält die Verkehrsführung an Baustellen die schlechte Schulnote 4,9. Auch die Ampelschaltung an Radwegen (4,7) sowie die Reinigung der Radwege und Winterdienst mit der Note 4,6 sind schlecht bewertet. Diese Mängel müssten kurzfristig beseitigt werden, betonte Schaffner.

Sanierungsbedarf: Radweg mit Schlaglöchern an der Einmündung Hochfeld / Aalborgstraße.
Sanierungsbedarf: Radweg mit Schlaglöchern an der Einmündung Hochfeld / Aalborgstraße. Foto: Becker

Seine persönliche Liste ist aber noch länger: Die Reparatur einiger Radstrecken, das Beseitigen oder Ausweiten von Umlaufsperren, die Überprüfung der Beschilderung und das Versetzen von Schildermasten hält er für unumgänglich. „Da besteht heftiger Handlungsbedarf.“

In der jüngsten Bauausschusssitzung stellte Schaffner für die Grünen den Antrag, den Teil „Fahrradverkehr“ aus dem Gesamtverkehrsplan der Stadt von 2002 im Hinblick auf Verkehrssicherheit, Ausbauqualität und Verkehrsführung zu überarbeiten. Hierbei sollten zunächst für die Erstellung einer Prioritätenliste die Ergebnisse aus dem ADFC-Fahrradklima-Test zur Fahrradfreundlichkeit aus dem vergangenen Jahr berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollen die Voraussetzung für die Einrichtung einer „Arbeitsgruppe Radverkehr“ mit Mitgliedern aus Verwaltung, Politik, Vereinen und Verbänden überprüft werden. Bauamtsleiter Frank Thomsen sagte zu, in der nächsten oder übernächsten Sitzung des Bauausschusses eine Stellungnahme mit Blick auf die ADFC-Bewertung vorzulegen.

„Bisher haben Radfahrer in Rendsburg keine Lobby“, so die Einschätzung von Klaus Schaffner. „Aber es tut sich etwas.“ In der heutigen Ratsversammlung werde ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen zum „Mobilitätskonzept“ gestellt. Dieser ziele darauf ab, Rendsburg zur fahrradfreundlichen Stadt zu machen und dieses in einem Leitbild zu verankern. Sitzungsbeginn ist heute um 17 Uhr im Ratssaal im Alten Rathaus.

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