Fussball : Die Kreisliga 2013/14 von A bis Z

Sektdusche mit ungewohnter Kopfbedeckung: Der TuS Rotenhof feierte Titel und Aufstieg mit eigens kreierten Meisterhüten.
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Sektdusche mit ungewohnter Kopfbedeckung: Der TuS Rotenhof feierte Titel und Aufstieg mit eigens kreierten Meisterhüten.

Im ersten Teil der etwas anderen Rückschau auf das Fußball-Jahr geht es um neue Trends, spannende Duelle und einen Schalke-Fan.

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24. Juni 2014, 06:00 Uhr

Sie war spannend, sie war turbulent und bot jede Menge Gesprächsstoff – die Saison der Fußball-Kreisliga Rendsburg-Eckernförde. Die Landeszeitung fasst die Spielzeit in 26 Schlagwörtern zusammen: die Kreisliga 2013/14 von A bis Z.

A wie Aufsteiger: Mit dem Eckernförder SV II und Borussia 93 Rendsburg haben zwei Neulinge ihr Ziel erreicht und den Klassenverbleib gesichert. Die ESV-Reserve spielte eine sehr gute Runde, war zwischenzeitlich sogar Tabellenführer und durfte von der Meisterschaft träumen. Den direkten Wiederabstieg nicht verhindern konnte hingegen der TSV Borgstedt, der früh Planungssicherheit hatte und sich nie aus dem Tabellenkeller lösen konnte.

B wie Bock: Bock im Sinne von Lust hatten wohl alle Vereine in dieser Saison. Zwei Mannschaften aber trieben es auf die Spitze und machten den Bock zum Trainer. Oliver von der SG Felde/Stampe übernahm das Zepter von Heinz Siebolds und spielte lange Zeit ganz oben mit. Letztendlich reichte es „nur“ zu Platz acht. Die sportlichen Leistungen aber dürften nicht dazu geführt haben, dass er sein Amt nun schon wieder abgibt. Norman Bock wechselte mit viel Bohei vom Osterrönfelder TSV II zum TSV Vineta Audorf. Nach dem Total-Umbruch beim TSV lief es erst in der zweiten Saisonhälfte so richtig rund, sonst wäre vielleicht noch mehr als Platz sieben möglich gewesen.

C wie Chamäleon: „Den änderst du nicht mehr“, heißt es im Allgemeinen über erfahrene Spieler und Trainer, die sich auf ihre alten Tage nicht mehr verbiegen lassen und ihren Stiefel durchziehen. Dass es auch anders geht – und dann noch mit Erfolg – bewies Rotenhofs Meistertrainer Thomas Gosch. Der ansonsten stoisch wirkende Coach zeigte besonders nach der Winterpause ungeahnte emotionale Ausbrüche an der Seitenlinie. „Die Mannschaft hat darum gebeten, dass von außen mehr Emotionen kommen“, erklärte Gosch nach dem ersten Spiel des Jahres in Jevenstedt. Und der 1:0-Sieg dort bewies, was so ein Wesenswandel doch manchmal bewirken kann.

D wie Dumm gelaufen: Unter diesem Stichwort lief die Partie des VfR Eckernförde am 9. Spieltag beim TuS Bargstedt. Mit 3:0 lag der VfR zur Pause bereits vorn. Entschieden aber war das Spiel nicht, denn die Bargstedter drehten noch einmal richtig auf und konnten durch den Treffer von Christoph Dibbern in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 5:4 doch noch drei unverhoffte Punkte einfahren.

E wie Engelbrecht: So heißt der Spieler, der Borussia 93 Rendsburg unverhofft zu drei Punkten verhalf. Leon Engelbrecht vom Eckernförder SV II war beim Rückrundenerfolg der Ostseestädter nicht spielberechtigt. Die Rendsburger waren über diesen Regelverstoß zunächst gar nicht informiert. Nach einem Tipp aber legten sie Protest ein und so wurde aus der 2:6-Schlappe ein 2:0-Sieg.

F wie Falscher Verein: Als Obmann von Borussia 93 Rendsburg darf Kai Nacken-Hoffmann zufrieden sein. Nach einem guten Saisonbeginn wurde es für den Aufsteiger zwar hinten raus noch einmal eng, aber das Ziel wurde erreicht. Als glühender Schalke-Fan ist sein Engagement bei einem Club namens Borussia jedoch verwunderlich. Sein Antrag auf Umbenennung wurde allerdings krachend abgelehnt.

G wie Geteilte Bilanz: 22 Tore erzielte Stürmer Robin Grell in der abgelaufenen Saison – für zwei verschiedene Vereine. 13 Mal ließ es Grell vor der Winterpause für Borussia 93 Rendsburg klingeln. Nach dem Jahreswechsel traf er für seinen neuen Club TuS Rotenhof neun Mal. In die Verlegenheit, gegen seine alten Mitspieler zu treffen, aber kam er nicht. Sowohl Hin- als auch Rückspiel waren noch in der ersten Saisonhälfte angesetzt.

H wie Heimvorteil: Zuhause war der 1. FC Schinkel kaum zu schlagen. Die beste Heimmannschaft der Saison holte 36 ihrer 67 Punkte auf eigenem Platz. Lediglich die SG Felde/Stampe schaffte es, am 12. Spieltag beim 1:2 dem Vizemeister eine Heimniederlage beizubringen.

I wie Immer wieder auswärts: Noch lieber als im eigenen Stadion ist der TuS Rotenhof auf fremden Plätzen unterwegs gewesen. In der Heimtabelle reichte es „nur“ zu Rang zwei, auswärts aber weist keine Mannschaft eine bessere Bilanz auf als der Meister (34 Punkte).

J wie Jeder Schuss ein Treffer: Letztendlich war es ein Sieg ohne Bedeutung für den 1. FC Schinkel, der am letzten Spieltag Borussia 93 Rendsburg mit 10:2 abfertigte und damit für den höchsten Sieg aller Spiele dieser Saison sorgte.

K wie Kopf-an-Kopf-Rennen: Lange Zeit hatte es nicht nach einem spannenden Meisterschafts-Zweikampf zwischen dem TuS Rotenhof und 1. FC Schinkel ausgesehen. Über zwei Drittel der Saison hatten fünf bis sechs Mannschaften Chancen auf den Titel. Bis zur Winterpause grüßten sogar sieben verschiedene Mannschaften von Platz eins.

L wie Ladehemmung: Die erwischte Bargstedts Torjäger Jan-Erik Hass im neuen Jahr. Vor der Winterpause schoss er seinen TuS mit zwölf Treffern zu einem heißen Titelkandidaten. Nach der Winterpause aber dauerte es bis zum 28. Spieltag, ehe bei Hass der Knoten wieder platzte. Im letzten Saisonspiel beim 7:1-Kantersieg gegen Karby konnte man dann wieder den alten Jan-Erik Hass bewundern. Mit einem Hattrick unterstrich er seinen Torriecher nachdrücklich. Darüber dürfte sich auch Frank Wolter gefreut haben, der in seiner ersten Saison als Bargstedter Trainer mit einem starken dritten Rang aufwarten konnte.

M wie Meisterhut: Meister-Shirts sind allseits bekannt und gleichermaßen beliebt. Der TuS Rotenhof aber kreierte in diesem Jahr einen neuen Trend und überraschte nach dem Sieg im letzten und entscheidenden Spiel gegen den Eckernförder SV II mit einem Meisterhut. Die weiße Kopfbedeckung mit dem blauen Band avancierte zum Hingucker auf der Meisterparty und war ein beliebtes Motiv für die Fotografen.

N wie Nachholspiele: Dem guten Wetter und den milden Temperaturen im Winter sei Dank gab es nur wenige Spielausfälle und so wenig Nachholspiele wie schon lange nicht mehr. Musste die Vorsaison noch verlängert werden, wurden 2013/14 lediglich 18 Partien nachträglich angepfiffen. Jeweils drei Mal nachsitzen mussten Vineta Audorf, Felde/Stampe, der VfR Eckernförde und die ESV-Reserve.

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