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„Klassenzimmerstücke“ : Die Jugend macht Theater

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Rendsburger Haus bietet „Schauspieler zum Anfassen“ und hat Erfolg. Zur Unterzeichnung der Online-Petition bleiben noch vier Tage.

von
erstellt am 14.Feb.2014 | 16:45 Uhr

Theater ist gefragt. Theater hat Zukunft. Jedenfalls in Rendsburg und in mehrfacher Hinsicht. „Wir spüren einen richtigen Hype“, freut sich Schauspieldirektor Wolfram Apprich und bezieht sich auf die Jugendvorstellungen. „Wir kommen gar nicht nach.“ Zudem brachte eine repräsentative, vom Stadtmarketing in Auftrag gegebene Umfrage an den Tag: Die Menschen in Rendsburg und Umgebung bewerten das Theater in der Kanalstadt als einen wichtigen kulturellen Anziehungspunkt.

Mehrfach meldete das Rendsburger Haus in dieser Saison: „Ausverkauft!“ – so auch an diesem Wochenende. Das war in den Jahren zuvor selten. Momentan trifft es in erster Linie auf die Jugendvorstellungen zu: „Tschick“ nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf ist ein echter Renner geworden. „Sophie und ich“, das die Geschichte von der Widerstandskämpferin Sophie Scholl und der Hitler-Sekretärin Traudl Junge erzählt, „läuft super“. Auch die neue Kammerspiel-Inszenierung zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg – „Marsch! Im Graben ist kein Licht, My Friend“ – sorgt für volle Stuhlreihen.

Außerdem öffnet sich das Landestheater, geht an die Schulen. Auch die „Klassenzimmerstücke“ werden stark nachgefragt. Meist sind es ein Schauspieler, die Theaterpädagogin und manchmal noch der Regisseur, die auf Anforderung in den Unterrichtsräumen Theater machen. „Das ist arbeitsintensiv, aber es lohnt sich“, stellt Apprich fest. Schließlich seien die Schüler die Zuschauer von morgen. „Wir könnten im Prinzip eine Kinder- und Jugendsparte mit vier bis fünf Schauspielern aufbauen“, sagt Apprich, wenn die Finanzen vorhanden wären.

Das Schauspielensemble des Landestheaters ist auf Rendsburg und Schleswig verteilt. In der Schleistadt ist die Nachfrage nicht so groß. „Wir hinken durch die Theaterschließung hinterher“, sagt Apprich. „Es muss ein neues Haus gebaut werden, sonst wäre es für die Stadt eine Katastrophe.“ Darum starteten die Schauspieler eine Online-Petition, die zwar kontinuierlich neue Stimmen verzeichnet, aber noch nicht genügend: 12 915 Unterstützer wurden bis Redaktionsschluss gezählt, 20 000 Stimmen müssen es sein. Das wird knapp. Doch nach Ansicht von Apprich ist schon viel erreicht, wenn die Politiker bemerken, dass die Vorgänge nicht unbeobachtet bleiben. Entsprechend erfreut ist er über die Resonanz in der Bevölkerung. Dabei waren die Aussichten ziemlich düster gewesen, als Apprich vor vier Jahren in der Kanalstadt antrat. Sein Vorgänger hatte noch geunkt: „Rendsburg ist tot.“ Die jetzige Entwicklung sieht Apprich positiv: „Sie macht Hoffnung.“

Petition für den Bau eines Theaters in Schleswig

wwww.sh-landestheater. de >> Theater in Gefahr >> Unterstützen Sie das Theater online

Listen auf Papier im Eingangsraum des Theaters und in der Coburg’schen Buchhandlung

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