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Handball : „Die Identität wächst von Tag zu Tag“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Thorsten Marxen, 1. Vorsitzender der HSG Eider Harde, spricht im Interview über die aktuelle sportliche Situation und die Perspektiven des Vereins. Freuen darf sich die HSG über eine Kooperation mit der Volksbank-Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Im Frühjahr fusionierten die HSG Hohn/Elsdorf und die HSG Hamdorf/Breiholz zur HSG Eider Harde. Mit 500 Aktiven in 30 Jugend-, sechs Herren- und drei Damenmannschaften ist die neu gegründete HSG eine der mitgliedsstärksten Handballspielgemeinschaften in Schleswig-Holstein. Als „Starthilfe“ erhält die HSG von der Volksbank-Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg bis 2016 jeweils 5000 Euro pro Jahr. „Hier entsteht etwas Großes und wir haben die Möglichkeit, dabei zu sein“, sagte Georg Schäfer, Vorstand der VR-Bank, am Dienstagabend. Gemeinsam mit Thorsten Marxen (Vorsitzender der HSG Eider Harde), Hans-Detlef Gosch (Handballobmann) und Thomas Thöming (Vorsitzender des Fördervereins) besiegelte Schäfer die Kooperation. Die Landeszeitung sprach am Rande des Treffens mit Marxen über die aktuelle sportliche Lage und die Perspektiven der HSG.

Herr Marxen, die 1. Herren-Mannschaft ist nach drei Spieltagen punktlos Tabellenletzter in der Oberliga, die 2. Herren Letzter in der Landesliga und die 1. Damen Letzter in der Schleswig-Holstein-Liga. Zudem hat sich vor der Saison die 4. Herren aus der Kreisliga zurückgezogen. Eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus.

Das stimmt. Es war kein einfacher Start. Sportlich, vor allem in den oberen Leistungsklassen, läuft es noch nicht wie erhofft, aber das hat seine Gründe. Wir wussten, dass es nach der Neustrukturierung für die junge Truppe in der Oberliga nicht einfach wird. Aber die Mannschaft ist konkurrenzfähig, das haben die ersten Spiele gezeigt. Alle drei Partien wurden knapp verloren. Mit etwas mehr Glück hätten wir jetzt schon den einen oder anderen Punkt. Aber ich bin mir sicher, dass wir den Klassenerhalt – und nur darum geht es – schaffen werden. Auch die Frauen werden bald den Weg nach oben antreten. Bei der 2. Herren wird es wohl eng. Da viele Spieler vor der Saison die Mannschaft aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen haben, mussten wir die 4. Herren auflösen und die Spieler in die 2. Herren hochziehen. Der Sprung von der Kreisliga in die Landesliga ist einfach zu groß. Aber es sollte auch nicht immer alles nur auf die Leistung reduziert werden.

Dennoch dürfte das Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die gegen eine Fusion der beiden Spielgemeinschaften waren.

Sicher, doch eine Fusion war über kurz oder lang unumgänglich. Hätten wir noch länger gewartet, wären uns bald im Jugendbereich ganze Jahrgänge in den beiden Spielgemeinschaften weggebrochen und wir hätten den Spielbetrieb einstellen können. Die Kinder wären dem Handball verloren gegangen. Die hätten wir nicht wiederbekommen. Und wir müssen perspektivisch denken. Es geht um die Zukunft des Handballs in der Region.

Inwiefern?

Wir sind nicht diejenigen, die mit Handgeld durch die Gegend laufen und Spieler von anderen Vereinen abwerben. Wenn wir den Zuschauern weiterhin Handball im höheren Leistungsbereich bieten wollen, dann müssen wir die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren. Und je größer der Pool, desto größer die Chance, dass wir damit Erfolg haben. Da kommt uns das Engagement der VR-Bank natürlich sehr gelegen. Wir werden das Geld vornehmlich in den Nachwuchsbereich investieren.

Ist denn ein Wir-Gefühl in der HSG Eider Harde zu spüren?

Ja, die Identität mit der HSG Eider Harde wächst von Tag zu Tag. Das hat man bereits bei den ersten Heimspielen in der Oberliga gesehen. Da waren viele Zuschauer aus Hamdorf und Breiholz in der Hohner Halle, weil mit Jannik Oettershagen oder Janek Brown nun auch Jungs von der ehemaligen HSG Hamdorf/Breiholz auf dem Feld stehen. Die Zuschauer sind neugierig auf die neue Mannschaft. Im Jugendbereich läuft es sogar besser als erwartet. Die Fahrerei zu den verschiedenen Hallen ist weitaus unkomplizierter als gedacht. Die Kinder werden hingebracht und wieder abgeholt, da gibt es überhaupt keine Probleme. Und auch im Vorstand ist der Umgang sehr harmonisch. Die Arbeit macht mir immer noch sehr viel Spaß – und das ist ein gutes Zeichen.

Im Vorfeld der Fusion gab es viele Diskussionen um den Namen. Hat man sich mittlerweile an HSG Eider Harde gewöhnt?

Die Kritiker sind weitestgehend verstummt, weil es einfach keinen besseren Namen gibt. Bei HSG Eider Harde kann sich jeder Verein im Namen irgendwo wiederfinden und auch damit identifizieren. Das passt.

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