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Die „herbe Schönheit“ versteckt ihre Schätze

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Ein Klönschnack mit Museumsbesitzer Karl von Puttkamer

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie führt Karl von Puttkamer durch Gnutz.

Seine Heimatgemeinde bezeichnet Karl von Puttkamer als „herbe Schönheit“. Keine Seen, keine schönen Skulpturen, keine Besonderheiten im Dorfkern – man müsse schon genau hinsehen, um das Potenzial und das Schöne der Gemeinde zu erkennen. Und genau das hat der Museumsbesitzer getan. Die großen und alten Bäume, beispielsweise in der Dorfstraße, seien einer der Lieblingsplätze seiner Wahlheimat. Wenn die mächtigen und hohen Kastanien im Mai anfangen zu blühen, dann kommt Karl von Puttkamer aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Auf diese Zeit freue ich mich das ganze Jahr über“, gesteht der 70-Jährige. Ebenso auf das dann zarte Grün der Buchen. Die Natur fasziniere ihn seit jeher, die Bäume geben ihm ein Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit.

Ebenso zähle er die vielen Feldwege, die um Gnutz herum liegen, zu seinen Lieblingsorten in der Gemeinde. „Dort kann man die Einsamkeit und die Stille genießen“, beschreibt der pensionierte Erdkunde- und Deutsch-Lehrer. „Ebenso hat man die Chance auf ungestörte Gedanken.“ Der Zustand der alten Vegetation, zum Beispiel am Moor in Richtung Bargstedt, hat es ihm angetan.

Karl von Puttkamer genießt die ursprüngliche Landschaft. Und auch die herbstliche Verfärbung der Bäume und Pflanzen sei „wunderschön zu beobachten.“ Bei einem Spaziergang zur benachbarten Gemeinde lasse sich auch wunderbar der Rest einer alten Moräne erkennen. Die umfangreichen Waldbestände im so genannten „Himmelreich“ seien schon von weitem zu erkennen und „traumhaft schön“.

Karl von Puttkamers unangefochtener Lieblingsplatz ist jedoch sein Museum, das sich im oberen Bereich des alten Gebäudes im „De ohle Weg“ befindet. Vor gut 20 Jahren kaufte er das um 1840 errichtete Haus. „Zuvor hatte ich mit Gnutz überhaupt nichts am Hut.“ Doch schnell gewöhnte er sich an seine neues Zuhause. „So lange war ich noch nie zuvor an einem Ort“, gesteht der Sammler, der in Brandenburg zur Welt gekommen ist. Dass er sich in Gnutz so wohl fühle, liege vor allem auch daran, dass er sich aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Gemeinsam mit anderen Bürgern wurden Geschichten aus dem Dorf gesammelt und in einem Buch veröffentlicht. Auch an der Chronik über alte Häuser aus Gnutz war von Puttkamer beteiligt.

Von einer Bank aus genießt er den Blick aufs Dorfgeschehen. „Das gefällt mir sehr. Hier trifft man Nachbarn, andere Bürger oder Spaziergänger. Manchmal kommen so viele Leute hierher, dass wir noch extra Stühle heranholen müssen.“ Als „een beeten kieken“ und een beeten schnacken“, bezeichnet der Museumsbesitzer das Geschehen. Das Austauschen von Neuigkeiten und das Plaudern sei „eine Bereicherung für das Leben in einer kleinen Gemeinde wie Gnutz“.

Die Stelle, an der die Bank steht, liefert zudem einen direkten Blick auf die alte „Uferpromenade“, die – so wird vermutet – zum ehemaligen See geführt hat. „Wenn ich hier entlang gehe, dann stelle ich mir vor, wie die Menschen wohl damals gelebt haben. Was sie trugen, ob sie Zeit hatten für einen Ausflug zum See oder ob sie nur am Arbeiten waren“, berichtet von Puttkamer, der sich mit der Historie seiner Gemeinde intensiv beschäftigt. „Außerdem frage ich mich, wie schlimm wohl die Mücken damals waren“, lacht von Puttkamer. Denn vermutet wird, dass der Name Gnutz vom englischen Wort „gnat“ (Mücke) stammt und sich auf deren Vorkommen an einem See bezieht, der heute jedoch nicht mehr vorhanden ist.

Karl von Puttkamer ist in jedem Fall froh, dass ihn sei Weg nach Gnutz geführt hat. „Hier gibt es sehr viel zu entdecken. Man muss eben nur genauer hinsehen.“

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erstellt am 15.Sep.2014 | 14:30 Uhr

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