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Rendsburger Einkaufszentrum : Die große Ratlosigkeit im Eiderpark

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwei Großmieter weg und keine Informationen, wie es weitergeht: Für die Mitarbeiter des Einkaufszentrums beginnt ein Jahr voller Ungewissheit.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 19:53 Uhr

Rendsburg | Wenn jemand Neuigkeiten wissen könnte, dann Karin Struck. Ihr Verkaufsstand für Wiener Würstchen befindet sich mitten in der überdachten Mall des Eiderparks, also mitten im Geschehen. Doch Karin Struck zuckt nur mit den Schultern und sagt: „Jeden Tag kommen Leute zu mir und wollen wissen, wie es mit dem Eiderpark weitergeht. Ich weiß es aber auch nicht. Ich weiß nicht mehr als alle anderen hier“, erzählt die Mitarbeiterin der Fleischerei Hogrefe. Seit den ersten Tagen des Einkaufszentrums im Frühjahr 2000 ist sie mit von der Partie und hat in dieser Zeit schon viele Neueröffnungen und Geschäftsaufgaben erlebt. Doch nun geht es ums Ganze. Nach dem Fortgang der Großmieter „ProMarkt“ und „Praktiker“, für die es bislang keinen Ersatz zu geben scheint, steht der gesamte Eiderpark auf der Kippe.

Oder nicht? Wenn es jemand wissen müsste, dann Kristin Harms. Sie arbeitet für den Verwalter des Eiderparks, für die Völkel Company in Hamburg. Schriftliche Anfragen an das Unternehmen blieben bislang stets unbeantwortet. Gestern stand Harms immerhin für ein kurzes Telefonat zur Verfügung. Knappe Auskunft: Wenn es etwas zu melden gibt, werde man sich melden. Es sei Wunsch der Eigentümer des Eiderparks, so zu verfahren. Vierter Besitzer seit dem Start ist die Beheermaatschappij Intermediate East-West B.V. in Amsterdam.

Über deren Vorgehen schütteln die Chefs und Mitarbeiter der im Eiderpark vertretenen Mieter nur den Kopf. Zwar klebt an den Türen zum ehemaligen „ProMarkt“ seit kurzem das Plakat „Wegen Umbau geschlossen“. An den zeitnahen Einzug eines Nachfolgers glaubt jedoch niemand. Angesprochen auf den „Umbau“-Hinweis grinst eine Verkäuferin nur und schweigt. „Gespannt sind wir alle, was hier passiert“, sagt eine andere Mitarbeiterin; auch sie möchte nicht namentlich genannt werden.

Der Rentner Hermann Delfs hat eine Erklärung, warum es in dem Komplex an der Friedrichstädter Straße nicht mehr so läuft wie vor Jahren. „Mir gefällt es im Eiderpark nicht mehr so. Früher hat man hier mehr Bekannte getroffen“, sagt der 85-jährige Alt Duvenstedter, der die sechs Kilometer aus seinem Dorf nach Rendsburg mit dem Fahrrad zurücklegte und im „Famila“-Warenhaus ein Glas Nutella kaufte. Seit vor etwa zwei Jahren eine bei Rentnern beliebte Bäckerei neben dem Mall-Eingang zum Baumarkt schloss, sei es im Eiderpark allmählich ruhiger geworden, bestätigt Wurstverkäuferin Karin Struck.

Wenige Schritte neben ihrem Stand deutet sich unterdessen der nächste Leerstand an. Am 18. Januar öffnet das „K+K Schuh-Center“ zum letzten Verkaufstag. „Großer Räumungsverkauf“ steht auf einem gelben Aufsteller vor dem Laden. Drinnen sind die Regale trotz des pauschalen Angebots „20 Prozent auf alles“ noch gut gefüllt.

Andere Händler, deren Mietverträge noch länger laufen, machen weiter und freuen sich über jeden Kunden. Einige Läden schließen neuerdings schon um 19 Uhr, eine Stunde früher als sonst. „Es ist dann einfach nichts mehr los“, sagt eine Verkäuferin.

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