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Sporterin des Jahres 2013 : Die Grande Dame des Triathlons

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Leserinnen des Landeszeitung und der Eckernförder Zeitung wählten Margit Bartsch zur Sportlerin des Jahres 2013.

von
erstellt am 07.Jan.2014 | 06:15 Uhr

Es erscheint beinahe so, als wäre ihr der Erfolg peinlich – zumindest für die Wahl zur Sportlerin des Jahres 2013 hätte sich Margit Bartsch auch eine jüngere Kollegin vorstellen können. „Ich war schon so oft nominiert. Es ist eigentlich etwas bedauerlich, aber anscheinend fehlt es an Alternativen“, sagt die 59-Jährige. Aber nicht nur das, denn Bartschs sportliche Leistungen können sich nach wie vor sehen lassen. Daher ist die Entscheidung für die Grande Dame des Triathlonsports die richtige.

Einen der sportlichen Höhepunkte feierte Bartsch im Sommer, als sie in Düsseldorf zum sage und schreibe zehnten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel einheimste. „Das hat mich im vergangenen Jahr auch deshalb so gefreut, weil ich in meiner Altersklasse die älteste Starterin war.“ Fünf Jahre umfasst eine Altersklasse bei den Triathleten. Bartsch startete zuletzt bei den W55-Jährigen, rückt aber nun auf und geht in der Klasse W60 auf Titeljagd. „Man merkt mit der Zeit, dass die Konkurrenz größer wird. In meinem Alter wird man besonders beim Laufen doch etwas langsamer“, erklärt die Internistin aus Fockbek. Auf nationaler Ebene allerdings hatte das kaum Auswirkungen. Bei ihrem Jubiläumstitel in Düsseldorf benötigte sie auf der olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen/40 km Radfahren/10 km Laufen) 2:19:58 Stunden und verwies ihre ärgste Verfolgerin Berenke Gensior aus Krefeld mit fast vier Minuten Abstand auf Rang zwei.

Und so dürften auch in naher Zukunft die Erfolgsmeldungen nicht abreißen. Durch das Aufrücken in eine neue Altersklasse eröffnen sich für Bartsch neue Möglichkeiten. Bei der Weltmeisterschaft in London 2013 kam sie als Vierte ins Ziel. „Die drei erstplatzierten Starterinnen waren alle jünger als ich. Nun gehöre ich zum jüngsten Jahrgang meiner Altersklasse“, blickt sie voraus. In diesem Jahr messen sich die besten Triathleten der Welt in Kanada. „Mein Mann und ich verbinden das dann immer mit einer längeren Reise. Das haben wir vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland auch schon so gemacht.“ Und auch wenn sie es etwas vorsichtig formuliert, ihr Ziel, sich einmal Weltmeisterin nennen zu dürfen, lässt sich zwischen den Zeilen heraushören: „Wenn man in eine neue Klasse aufrückt, hat man ja noch einmal die Chance auf dem Treppchen zu stehen. Und ich bin ja noch nie Erste gewesen. Da kann man natürlich spekulieren, ob mir das nochmal gelingt.“ Passend zum ihrem 60. Geburtstag im kommenden Jahr wäre der WM-Titel sicherlich das Sahnehäubchen ihrer sportlichen Laufbahn.

Ein Leben ohne Bewegung ist für die gebürtige Berlinerin nicht denkbar. „Dass ich mal völlig mit dem Training oder dem Sport aufhöre, kann ich mir gar nicht vorstellen. Wie lange das mit den Wettkämpfen noch geht, werde ich von Jahr zu Jahr entscheiden. Das hängt natürlich von der Gesundheit ab“, räumt Bartsch ein. Abgesehen von einem Bruch des Handgelenks ist sie von schwereren Verletzungen bislang verschont geblieben. Und das bleibt hoffentlich auch so, denn den sportlichen Wettkampf will Bartsch nicht missen: „Das ist dann schon das Salz in der Suppe.“ Um bestens vorbereitet an den Start zu gehen, beläuft sich ihr Trainingspensum in der Hochzeit der Saison auf bis zu zehn Stunden in der Woche. „Ich habe dabei aber keinen starren Plan, sondern mache vieles aus dem Bauch heraus“, sagt sie. Auch einem Einzeltraining kann die Sportlerin des Jahres nichts abgewinnen. Bei ihrem Verein, der SG Athletico Büdelsdorf, trainiert sie stets in Gruppen. Das Gesellige und die Lust sich mit Gleichgesinnten zu bewegen, seien über den Wettkampf hinaus die Motive, die sie antreiben. „Beim Triathlon ist es die Vielseitigkeit, die den Reiz ausmacht“, sagt Bartsch. Zudem könne man bei kleineren Verletzungen immer auf eine andere Sportart ausweichen. „Wenn man Probleme mit dem Sprunggelenk oder dem Knie hat, kann man schwimmen. Und wenn die Schulter schmerzt, kann man laufen.“

Die anstehende Saison hält eine Fülle an Herausforderungen für Margit Bartsch parat. Und sollte diese abermals so erfolgreich verlaufen wie zuletzt, wird man auch bei der nächsten Nominierungsrunde zur Sportlerin des Jahres nicht an ihr vorbeikommen. Und zwar nicht, weil es an Alternativen fehlt, sondern weil es ihre herausragenden Leistungen verlangen.

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