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Rund ums Schaf - Folge 6 : „Die Götter brachten den Frauen das Spinnen bei“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Spinnen ist eine uralte Technik. Karin Teske aus Wapelfeld weiß, wie aus der Wollfaser ein Garn entsteht und vermittelt dieses Wissen auch in Kurse. Praktisch und entspannend zugleich ist diese Handarbeit.

Seit fast 25 Jahren spinnt Karin Teske – und das mit nicht nachlassender Begeisterung. „Spinnen hat was Meditatives, und trotzdem entsteht dabei etwas Praktisches“, sagt die Wapelfelderin, „man hat dabei sowohl das Haptische als auch gleichzeitig eine entspannende Wirkung.“

Karin Teske ist Stammgast bei den Schafschurtagen im Tierpark Arche Warder, wo sie sich mit Vliesen vom pommerschen Landschaf eindeckt. Das Schafsvlies ist das Ausgangsmaterial der Spinnerin. Beim Spinnen entsteht aus Wollfasern Garn.

Genau genommen sind es zwei Verarbeitungsschritte, die am Spinnrad nacheinander ablaufen. „Die Faser wird zunächst gesponnen, wobei sich das große Schwungrad im Uhrzeiger dreht – und dann werden zwei oder mehr Fäden zum Garn verzwirnt, während sich das Schwungrad in die entgegengesetzte Richtung dreht“, erläutert die Expertin. Statt Schafsvlies kann auch Flachs oder Seide versponnen werden. Mit dem beim Spinnen gewonnenen Garn kann man dann alles Mögliche anstellen: Weben, Stricken, Häkeln oder Nähen – Handarbeitsformen, die Karin Teske allesamt beherrscht. Am liebsten verarbeitet die Wapelfelderin ihr Garn am Webstuhl zu Tuchbahnen für ihre eigene Modekollektion. Karin Teske schwört bei ihrem Modedesign auf den „Wikinger-Look“ und produziert Ponchos, Capes, Schals, Stolen, Kleider, Jacken und Mäntel. Die Wikinger selbst mussten noch mit einer Handspindel Vorlieb nehmen. Das erste Trittflügel-Spinnrad wurde 1530 in Deutschland konstruiert, und zwar von Johann Jürgens aus Watenbüttel in Niedersachsen. Das älteste Spinnrad in Karin Teskes Sammlung stammt aus dem Jahr 1880. Die Hobby-Spinnerin hat 36 Spinnräder hauptsächlich aus deutscher Produktion, aber auch aus Schweden, Lettland, Dänemark und Australien gesammelt.

„Zum Spinnen braucht es sehr, sehr viel Übung – gerade zu Anfang ist die Konzentration sehr gefragt“, weiß Karin Teske, „ich habe selber die größte Freude daran, andere Menschen an dies alte Handwerk heranzuführen und mein Wissen an sie weiterzugeben.“ Wenn man das Handwerk beherrscht, kann man sich den meditativen Seiten zuwenden. So wie Mahatma Gandhi, der 1948 sagte: „Ich glaube, das Garn, das wir spinnen, ist geeignet, die Risse im Gewebe unseres Lebens zu flicken.“ „Spinnen und Weben haben fast etwas Mystisches“, meint Karin Teske, „nicht umsonst haben in der griechischen Mythologie und anderen Kulturkreisen die Göttinnen den Frauen das Spinnen beigebracht.“

Spinnen Lernen

> Karin Teske unterrichtet im „Spinnhus“

in Wapelfeld. Kontakt per Mail unter

Karin.Teske@t-online.de, per Telefon 01  78 /6  83  79  61.

> Spinngruppen in Deutschland

www.handspinnen.de

> Spinngruppen in Schleswig-Holstein

www.handspinngilde.org

> Offener Spinnkreis in Haby unter

www.schafhof-haby.de

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