zur Navigation springen
Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 06:07 Uhr

Rendsburg : Die Gilde und das Hertie-Haus

vom

Der scheidende König Bernhard Scheil regt ein Netzwerk von Rendsburgern mit Geld und Verantwortungsgefühl an.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 08:21 Uhr

Rendsburg | Die Altstädter Vogelschützengilde ist stolz auf ihre Traditionen und die Tatsache, dass ihre Geschichte mindestens bis ins Jahr 1531 zurückreicht, wie eine Bierrechnung belegt. Dass die Gilde jedoch nicht in der Vergangenheit verhaftet ist, sondern sich ganz konkret mit der Gegenwart beschäftigt, zeigten die Reden von Ältermann Thomas Krabbes und dem scheidenden König Bernhard Scheil während des traditionellen Gildefrühstücks mit Schinken und Spargel im Conventgarten. Mit Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen forderte Krabbes, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Das sei der einfachste Weg, sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen.

Bernhard Scheil warb unter seinen Gildebrüdern zunächst dafür, sich um die Königswürde zu bemühen. "Warum reißt sich eigentlich niemand darum?", fragte Scheil in seiner Königsrede. Zeitaufwand, den Blick auf das Festgeldkonto und den Widerstand der Ehefrau ließ er dabei nicht gelten.

Sehr konkret rief Scheil seine Gildebrüder dazu auf, sich noch stärker für Rendsburg zu engagieren. Politik und Verwaltung könnten planen, umsetzten müssten allerdings Investoren. Ohne das Hertie-Haus beim Namen zu nennen, regte der scheidende König an, ein Netzwerk der Überzeugten und Willigen aufzubauen, um beispielsweise den "Schandfleck in der Rendsburger Innenstadt durch etwas Attraktives zu ersetzen". Dieses Netzwerk von Menschen mit Geld und Verantwortungsbewusstsein könne sich auch für das Wohnen in der Innenstadt stark machen. Früher habe die Gilde sich mit den Auswirkungen von Kriegen und Krankheiten beschäftigen müssen, jetzt gebe es andere Probleme in Rendsburg. "Wir müssen eine positive Ausstrahlung schaffen. Wir sind das Gesicht von Rendsburg", sagte Scheil.

Auch die Gastrede von Jürgen Muhl, dem stellvertretenden Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und ehemaligen Lokal-Chef der Landeszeitung, beschäftigte sich mit der Gegenwart. Muhl berichtete über die notwendigen Anstrengungen des Verlages, die neuen Medien zu bedienen und gleichzeitig die Zeitung aus Papier zu erhalten. "Unsere Basis war und ist jedoch die Arbeit in den Lokalredaktionen", sagte Jürgen Muhl, ehe die gesamte Gilde unter der Leitung des neuen Majors Hajo Recker in den Schützengrund marschierte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen