Die Geschichte lebendig erhalten

Historie sichtbar erhalten:  Martin Westphal, Pierre Gilgenast, Frauke Dettmer, Alfred Gudd, Robert Bohn und Uwe Danker (von links).
Historie sichtbar erhalten: Martin Westphal, Pierre Gilgenast, Frauke Dettmer, Alfred Gudd, Robert Bohn und Uwe Danker (von links).

Eine wissenschaftliche Sammlung über Rendsburg als Garnison wurde im Neuen Rathaus übergeben. Beiträge werden als Richtschnur für die Arbeit der Museen betrachtet. Die Dokumentation soll zu einem Buch werden.

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29. März 2014, 12:00 Uhr

Was sich heute bescheiden zwischen zwei Aktendeckeln verbirgt, soll in absehbarer Zeit als Publikation über einen langen und bedeutenden Abschnitt der Rendsburger Historie in Buchform der Öffentlichkeit präsentiert werden. Gestern wurde im Neuen Rathaus eine Sammlung wissenschaftlicher Fachbeiträge zur 350-jährigen Garnisonsgeschichte der Stadt übergeben. Für Dr. Martin Westphal, den Leiter der Museen im Kulturzentrum, sind die Abhandlungen nicht zuletzt eine Richtschnur für seine künftige Arbeit.

„Rendsburg hat internationales Flair verloren“, erinnerte Bürgermeister Pierre Gilgenast an den Ausgangspunkt. Bis heute habe die Stadt den Weggang der Bundeswehr und damit von zehn Prozent der Einwohner nicht verkraftet. Als dieser sich 2008 abzeichnete, hatte sein Vorgänger Andreas Breitner sich hilfesuchend an den damaligen Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung gewandt. Seine Bitte um Unterstützung war mit dem Gedanken verknüpft, die Vergangenheit vom 17. Jahrhundert bis zum Abschied der Soldaten in einer Dokumentation sichtbar zu erhalten.

Für diese Arbeit empfohlen wurde das Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte der Universität Flensburg mit Sitz in Schleswig. Als wissenschaftliche Leiter des Projekts überreichten Professor Dr. Uwe Danker und Professor Dr. Robert Bohn die zehn Abhandlungen. Neben vier größeren Darstellungen zur Einordnung der Garnisonsepochen befassen sich kleinere Beiträge mit den „Spezialitäten“ der Geschichte. Dabei kommen auch örtliche Autoren zu Wort. So berichtet Dr. Frauke Dettmer über den Dienst von Juden im Rendsburger Bürgermilitär, eine Vorform der allgemeinen Wehrpflicht. Und Alfred Gudd informiert über die preußischen Militärbauten in der Stadt von 1867 bis 1918.

Zu den 29 000 Euro, die für die Sammlung zur Verfügung gestellt wurden, steuerte die Bundeswehr 10 000 Euro bei. 450 bis 500 Seiten ohne Bildmaterial dürfte einmal die Version in Buchdeckeln umfassen, die, abhängig von der Finanzierung, bis Weihnachten fertiggestellt sein könnte.

Eine Heimat finden werden die Geschichten aus der Geschichte im Historischen Museum. Dieses würde laut „Wunschzettel“ Martin Westphals überplant, wenn etwa das Druckmuseum in eines der Gebäude auf dem Gelände der früheren Eiderkaserne Einzug hält. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

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