Rätselhaftes Aus : Die Geister-Apotheke im Eiderpark

Nichts geht mehr: Seit zweieinhalb Wochen ist die Apotheke neben dem Eiderpark-Haupteingang verschlossen.
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Nichts geht mehr: Seit zweieinhalb Wochen ist die Apotheke neben dem Eiderpark-Haupteingang verschlossen.

Eine plötzliche Schließung ohne Vorwarnung und Erklärung: Das Geschäft im Einkaufszentrum ist seit dem 7. Juli geschlossen, der Betreiber ist untergetaucht.

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23. Juli 2014, 12:06 Uhr

Rendsburg | Der zunehmende Leerstand im Eiderpark bekommt ein weiteres Kapitel mit mysteriöser Note. Seit dem 7. Juli sind die Türen der „Eider Enten Apotheke“ verschlossen. Der Betreiber ist untergetaucht. Sein Name steht auf einem aufgeklebten grünen Kreuz in einem der Schaufenster. An der Eingangstür hängt ein handgeschriebener Zettel: „Sehr geehrte Kunden“, ist darauf zu lesen, „das Team der Eider Enten Apotheke dankt Ihnen für Ihre Treue. Die Apotheke ist geschlossen.“

Mitarbeiter und Kunden wurden am ersten Montag im Juli vom Aus überrascht. Und auch in der Apothekerschaft in und um Rendsburg wirft der Fall Rätsel auf. Von dem Inhaber hätten alle Mitarbeiter die fristlose Kündigung erhalten, berichtete der Kreisapotheker Bernhard Klauder aus Rendsburg, der seit fast 30 Jahren im Auftrag der Apothekerkammer erster Ansprechpartner für die rund 100 Apotheker im Kreis ist.

Eine Erklärung für die nicht angekündigte Schließung hätten weder die Angestellten noch die Apothekerkammer in Kiel bekommen. Er selbst habe am 9. Juli ein Fax von einer angeblichen Mitarbeiterin der „Eider Enten Apotheke“ erhalten. Diese Mitarbeiterin tauche allerdings nicht in der Personalliste, die in der Apothekerkammer geführt wird, auf. In dem Schreiben wurde Klauder darauf hingewiesen, dass die Apotheke im Eiderpark nicht mehr am Notdienst teilnehme und dieser neu geregelt werden müsse. „Ich habe keine weiteren Informationen, und die Kammer weiß auch nichts“, stellte Klauder fest. So eine Schließung ohne jede Erklärung und Information für die Kunden habe er noch nie erlebt. Auch in den benachbarten Geschäften ist man ratlos.

Bis Ende März firmierte die Apotheke im Eiderpark noch unter dem Namen „DocMorris“. Der Partnerschaftsvertrag zwischen der Apothekenkette und dem Rendsburger Geschäft bestand seit Anfang 2010. Seit April dieses Jahres prangte wieder der alte Name über den Schaufenstern an der Außenfassade: „Eider Enten Apotheke“.

Über den Verbleib des Betreibers ist nichts bekannt. Bei der Polizei liegt keine Vermisstenanzeige mit seinem Namen vor. Nach unbestätigten Informationen war er nur Untermieter der Verkaufsflächen gleich neben dem Eiderpark-Haupteingang. Erster Mieter ist ein Apotheker, der sich von einer Rechtsanwältin aus Kiel vertreten lässt. Die Juristin war gestern nicht zu erreichen. Ihr Name steht auf mehreren Hinweisschildern, die mit Verweis auf das Vermieter-Pfandrecht das Entfernen jeglicher Waren oder Einrichtungsgegenstände aus der verschlossenen Apotheke verbieten. Ein deutliches Indiz dafür, dass der letzte Apothekenchef dem Hauptmieter Geld schuldete.

Die Mitarbeiterin eines der benachbarten Geschäfte zeigte sich betroffen von der abrupten Schließung der Apotheke. „Für die Angestellten tut es mir leid. Sie haben ihre Arbeitsplätze verloren, und da hängt ja oft ganz viel dran.“

Für das Einkaufszentrum am Stadtrand setzt sich der Abwärtstrend damit fort. Nach dem Auszug der Ankermieter „Praktiker“ und „ProMarkt“ steht nun mehr als die Hälfte der gesamten Verkaufsfläche leer.

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