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Die Frau, die Schüler fürs Tanzen begeistert

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lehrerin Hella Mahrt: Heute Premiere von „Odysseus und Penelope“

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 11:07 Uhr

Tanz ist ihr Leben: Hella Mahrt gibt ihre Begeisterung für diese Ausdrucksform seit über 40 Jahren an Schülerinnen und Schüler weiter. Seit 1977 unterrichtet sie am Helene-Lange-Gymnasium Sport und Musik. Im Rahmen des 125-jährigen Bestehens der Schule bringt sie an diesem Wochenende mit rund 120 Schülern ihr zehntes Musical auf die Bühne.

Heute ist Premiere für „Odysseus und Penelope“, wofür Mahrt mit Andreas Jung (Musik), Achim Prigge (Regie) und Michael Osbahr (Text) zusammenarbeitete. Das bewährte Team setzt aufs Selbermachen: Die Musik, die Texte, die Choreographie und das Bühnenbild sind selbst geschrieben beziehungsweise selbst entworfen.

Doch Hella Mahrt ist mit ihrer AG „TanzArt“ und dem Unterstufenchor das letzte Mal daran beteiligt. Sie hat beschlossen, sich künftig ausschließlich auf ihre Kooperationsprojekte zu konzentrieren. Seit acht Jahren stellt sie diese im Wechsel mit den Musicals auf die Beine, was ihr mit zunehmender gesundheitlicher Belastung immer schwerer fiel. Doch den Kooperationen mit freien Künstlern gehört ihr Herz, da sich damit eine grundlegend neue Arbeitsweise verbindet.

Initialzündung für diesen Weg war der Dokumentarfilm „Rhythm is it“ und die erfolgreiche Teilnahme von „TanzArt“ am Bundeswettbewerb „Kinder zum Olymp“. Dafür arbeitete Mahrt mit Theaterpädagogen und Tänzern des Kieler Theaters zusammen und holte 2005 den ersten Preis nach Rendsburg. Es folgten 2009 die Kooperation mit der Neuwerker Christkirchengemeinde für „MASS“ und nach einigen weiteren Stationen 2012 schließlich „EROS & thanatos“, ein Carmen-Projekt, wofür sie mit der „norddeutschen sinfonietta“ gemeinsam die Bühne eroberte.

Was ihr neues Vorgehen vom früheren Unterrichten unterscheidet? Hella Mahrt verweist auf das geduldigere und behutsamere Vorgehen, auf das schöpferische Potential der jungen Tänzer, das nun viel stärker im Mittelpunkt stehe. Zugleich werde präziser gearbeitet, alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Der zeitgenössische kreative Tanz setzt auf das innerliche Erlebnis. Keine vorgefertigten Schritte und Ideen – die Jugendlichen sollen sich ausprobieren, improvisieren und mit ihren individuellen Eigenheiten Tanzgeschichten entwickeln und erzählen. Viele von ihnen wurden über die Jahre von Hella Mahrt geprägt, die selbst immer wieder bundesweit auf Fortbildungen unterwegs ist und sich persönlich am liebsten beim Tango-Tanzen entspannt. „Ich habe gelernt, dass ich meinen eigenen Ideen vertrauen kann“, schrieb eine der Tänzerinnen ihre Erfahrungen auf. Eine andere: „Das Fühlen der Musik, die Umsetzung der Eindrücke durch den Körper, die Befreiung, sich so zu bewegen, wie meine Gefühle es verlangen. All diese neuen Erfahrungen zeigen mir, dass ich mehr auf mein Inneres achten sollte.“

Hella Mahrt ist stolz darauf, dass sie ihre Erfahrungen nun auch im Rahmen des Jahres der kulturellen Bildung der Kulturministerin vorstellen durfte, da sie als eine der wenigen landesweit kreativen Tanz an einer Schule vermittelt. „Der Prozess, der solch eine Herausforderung auslöst, verlangt viel Mut, neue Weg zu gehen und sich neuen Ideen zu finden“, gab sie dem Publikum mit auf dem Weg. Und: „Die Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen während einer monatelangen Probenzeit ist ein Erlebnis, das innerlich berührt.“

> Alle Odysseus-Vorstellungen am 23., 24., 26. und 27. Mai in der Aula der Waldorf-Schule sind nahezu ausverkauft. Es gibt noch einige Restkarten an der Abendkasse. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

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