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Vor 150 Jahren : Die ersten Schüsse fielen an der Eider

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am 1. Februar 1864 begann der Deutsch-Dänische Krieg auf Rendsburger Stadtgebiet. Zeichnungen wurden europaweit veröffentlicht.

In der Stadt wimmelte es von Soldaten: Fesche ungarische Reiter und preußische Ulanen preschten über das Pflaster der Plätze. Die hessische Infanterie marschierte mit Gewehren bewaffnet durch die Straßen. Sächsische Truppen bauten an der Eider Verteidigungswälle. Krieg lag in der Luft: Österreich und Preußen gegen die Dänen, weil die sich – entgegen anderer Abmachungen – unter anderem das Herzogtum Schleswig einverleiben wollten. „Alle brannten darauf, loszuschlagen“, beschreibt Dr. Martin Westphal die Stimmung vor 150 Jahren. Und so fielen die ersten Schüsse in den frühen Morgenstunden des 1. Februar 1864 auf Rendsburger Stadtgebiet.

Etliche Zeichnungen geben die Ereignisse sehr anschaulich wieder. „Auch damals schon waren die Menschen scharf auf Bilder“, erklärt Museumsleiter Westphal. In jener Zeit entstanden „Illustrierte Zeitungen“, die zahlreiche Zeichner beschäftigen und die deren Werke durch neue Drucktechniken aussagekräftig wiedergeben konnten. Es war quasi der Beginn der Kriegsberichterstattung, so Westphal. „Le Monde Illustré“ druckte Bilder vom „Guerre Du Slesvig“ genauso wie „The Illustrated London News“ ihre „Special Artists“ den „War in Schleswig“ zeichnen ließ.

Das Bild mit dem Wachposten an der Eisenbahnbrücke (Mitte links) ist ein bekanntes Motiv, weiß Westphal. Auf der Zeichnung vom Bau der Verteidigungsschanzen ist deutlich zu erkennen, dass es damals bitter kalt war: Die Eider ist zugefroren. Den Grenzfluss sollten die dänischen Truppen sichern. Zur Erinnerung: Zu diesem Zeitpunkt war Rendsburg noch eine dänische Festung. Allerdings hatten sich die Soldaten auf dem Kronwerk verschanzt. „Das war eine Festung vor den Festungswällen“, erklärt Martin Westphal. Die Dänen hatten zusätzlich Palisaden erbaut, doch die hielten nicht lange.

„Die schmucken Ungarn rückten, ihre Säbel schwenkend, vor und brannten sichtlich vor Begierde, mit den dänischen Reitern anzubinden, die am jenseitigen Ufer auf und ab galoppierten.“ So wird „Der Schleswig-Holsteinische Befreiungskrieg“ in einen Schulbuch geschildert, das 1914 in einem Flensburger Verlag erschien. In der Nähe der Schleuse feuerten die Dänen den ersten Schuss ab, die verbündeten Truppen schossen zurück, stürmten das Kronwerk – und der Weg Richtung Norden war für sie frei.

An die Festung Kronwerk erinnert nur noch der Name des Stadtteils. Wie das Gelände einmal aussah, zeigen die Stadtmodelle im Historischen Museum. Heute benötigt man viel Fantasie, um sich die damalige Situation vorzustellen. Dabei markiert ein Gedenkstein den historischen Ort: „Hier fiel der 1. Schuss des Krieges von 1864“ steht darauf, doch das Schild ist so verwittert, dass es kaum noch erkennbar ist. Der Stein selbst ist ebenfalls unauffällig. Die meisten Fußgänger und Radfahrer, die in der Holsteiner Straße auf dem Weg zur Unterführung des Thormannplatzes vorbei kommen, werden eher die Döner-Bude daneben bemerken.

Mehr zum Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 ist ab 28. Februar in den Museen im Kulturzentrum zu erfahren. Dann wird eine Ausstellung eröffnet, deren Titel die Losung des Generalfeldmarschalls von Wrangel war: „In Gottes Namen drauf“.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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