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Platz für 2000 Menschen : Die ersten Flüchtlinge leben jetzt im Container-Dorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einzug vor der offiziellen Eröffnung. Landesunterkunft soll Platz für 2000 Asylsuchende bieten.

„Wir bewegen Neumünster“ stand auf den beiden Bussen, die gestern um 12.20 Uhr durch das improvisierte Tor der neuen Flüchtlingsunterkunft gerollt sind. Vor allem aber bewegten sie Menschen, Flüchtlinge, von der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster zu ihrem neuen Zuhause auf Zeit, der Landesunterkunft auf dem Oktogon-Gelände.

Über Monate hatte sich die Eröffnung der Unterkunft hingezogen (die Landeszeitung berichtete), dann ging alles ganz schnell. Die ersten rund einhundert Bewohner haben ihre Unterkunft im Container-Dorf nun dennoch vorzeitig bezogen. „Die offizielle Eröffnung ist eigentlich erst am Montag, dem 20. Juni“, sagte Patrick Tiede, Pressesprecher des Innenministeriums. „Es war eher ein Soft-Opening“, sagt auch Magdalena Drywa vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Unter den neuen Bewohnern seien vor allem Menschen aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan. Diese können auch ihren Asylantrag auf dem Gelände stellen, denn auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat eine Dependance auf dem Gelände. Wieviele weitere Flüchtlinge nach Rendsburg kommen werden, ist unklar. „Das hängt vom allgemeinen Zugang an Flüchtlingen ab, mit Sicherheit werden es in den nächsten Wochen aber mehr sein“, sagt Drywa.

Damit ihnen nicht die Container-Decke auf den Kopf fällt, soll es ein Freizeitangebot für die Flüchtlinge geben. „Standard in den Unterkünften sind Kinderbetreuung, Sport für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, Näh- und- Bastelkurse sowie ein Café“, sagte Drywa. Neben einer Sozialberatung soll vor allem eine Konflikt-Managementstelle deeskalierend vor Ort wirken.

Vor zwei Wochen hat Beatrice Weiskircher vom Deutschen Roten Kreuz erfahren, dass die Belegung der Unterkunft beginnt. Das DRK ist zuständig für die Betreuung der Bewohner. „Es läuft alles gerade erst an“, sagte sie. So sei nach ihrer Aussage beispielsweise die Turnhalle, in der ein Teil der Freizeitbetreuung stattfinden soll, noch nicht ganz fertig gestellt. Der Kantinenbereich, der sich in einem abgetrennten Teil der Halle befindet, sei aber nicht davon betroffen und voll funktionsfähig.

Vor Ort ist das DRK mit vier hauptamtlichen Mitarbeitern vertreten, dazu steht auch noch eine Gruppe von 15 ehrenamtlichen Rendsburgern auf Abruf bereit. 24 Stunden im Einsatz ist aber nur der Wachdienst. „Der Wachdienst ist auch der Ansprechpartner für die Flüchtlinge, wenn niemand anderes mehr auf dem Gelände ist“, sagte Weiskircher. „Sie würden auch unsere Einrichtungsleiter nachts per Handy benachrichtigen, wenn irgendetwas passieren sollte“, erklärte Beatrice Weiskirch weiter. Für den Fall der Fälle ist auch die Polizei mit einer kleinen Wache auf dem Gelände der Unterkunft untergebracht. Michael Heinrichs begleitet den Aufbau der Polizeistation seit November. „Mein Personal wächst gerade an“, sagte er. Wie in anderen Landesunterkünften auch wird die Polizei mit fünf Beamten vor Ort sein.

Welcher Flüchtling nach Rendsburg kommt und welcher nicht, ist keine Entscheidung nach dem Zufallsprinzip. „Rendsburg ist ein Standort für Flüchtlinge mit unklarer Bleibeperspektive“, sagte Patrick Tiede vom Innenministerium. „Ihr Aufenthalt in der Unterkunft kann Wochen, aber auch Monate dauern“, sagte er. Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive würden dagegen in der Boostedter Unterkunft untergebracht werden, bis sie abgeschoben werden. Alle anderen Flüchtlinge sollen schnell auf Städte und Kreise verteilt werden. „Wer eine sichere Bleibeperspektive hat, soll nach Möglichkeit innerhalb von eineinhalb Wochen an die Kommunen weitergeleitet werden“, sagte Tiede.  

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erstellt am 16.Jun.2016 | 12:00 Uhr

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