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Die erste Schultüte mit 70 Jahren Verspätung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 14:41 Uhr

Vor 60 Jahren wurden die Schüler um Uwe Green aus der damaligen Christian-Timm-Mittelschule entlassen. Jetzt gab es ein Wiedersehen für 15 ehemalige Klassenkameraden in Rendsburg. Aber 60 Jahre nach der Entlassung waren eben auch 70 Jahre nach der Einschulung. Und 1946 sei es eben normal gewesen, dass aufgrund der Versorgungsknappheit in der Nachkriegszeit auf eine Schultüte verzichtet wurde, sagt Uwe Green. Die wurde dafür sieben Jahrzehnte später an die mittlerweile gestandenen Herren verteilt. In der Tüte waren – wie es sich gehört – neben Schülbüchern und Schreibmaterial auch Süßigkeiten. Etwas unorthodox für das traditionelle Einschulunsgeschenk war die kleine Flasche Schnaps, die auch in der Schultüte lag. „Das war eine tolle Idee, uns die Tüten nachzureichen“, sagt Green. „Wir waren begeistert und auch ein bisschen gerührt“. Die Idee dazu hatte ihr Mitschüler Rolf Zegke, der die 15 Tüten für die Schüler des Abgangsjahres 1956 selbst gebastelt, gefüllt und auch überreicht hat. Über die „Senior-Tüten“ staunten dann auch später die Kinder und Enkel der Ehemaligen nicht schlecht.

Das Klassentreffen stand unter dem Motto „Die Wüste lebt“. Und wie in dem gleichnamigen Disney-Film, der während der Schulzeit der Klassenkameraden gedreht wurde, genügte ein Stichwort als Tropfen , um ein Meer an Erinnerung wieder aufblühen zu lassen, sagt Uwe Green. Der erste Teil des Wiedersehens fand im Conventgarten statt. Danach folgte die Besichtigung des Rendsburger Schifffahrtsarchiv mit Erläuterung durch den Leiter Alfred Gudd. Ein fast zwangsläufige Termin, schließlich war ein Teil der ehemaligen Christian-Timm-Schüler als Schiffsingenieur oder Kapitän zur See gefahren.

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