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Rendsburg : Die erste Adresse der Landwirtschaft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bauernpräsident Schwarz eröffnet 66. Norla. Fast 560 Aussteller bis Sonntag auf dem Messegelände. Landestierschau im Mittelpunkt.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2015 | 09:55 Uhr

Ein Politiker wie Robert Habeck hat sich an Zwischenrufe gewöhnt. „Aber nirgendwo sind sie so angenehm wie auf der Norla“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister gestern im Tierschauzelt auf dem Rendsburger Messegelände. Habecks Grußwort zum Auftakt der größten Landwirtschafts- und Verbrauchermesse im Norden wurde mehrfach von blökenden Schafen unterbrochen.

Fast 560 Aussteller und damit etwas mehr als im Vorjahr wollen bis Sonntag mit Kunden in Kontakt kommen, über neue Produkte informieren und das Verständnis der Verbraucher für die Landwirtschaft vertiefen. „Auf der Norla erhält man einen unverfälschten Blick auf das Land und die Landwirtschaft“, sagte Landtagsvizepräsident Bernd Heinemann. Die Eröffnungsfeier diente vor allem dazu, ein positives Bild nach draußen zu tragen. Die Probleme der Bauern mit den aktuell niedrigen Milch- und Schweinepreisen spielten gestern nur eine Nebenrolle. Das dürfte sich auf dem heutigen Landesbauerntag am Rande der Messe ändern. „Die Norla ist ein Pflichttermin für alle, die etwas über Agrarpolitik wissen wollen“, sagte Landesbauernpräsident Werner Schwarz, der die Schau offiziell eröffnete.

Im Mittelpunkt der 66. Norla steht die 29. Landestierschau. Die Züchter im Norden präsentieren ihre Erfolge. „Zuchtprodukte aus Schleswig-Holstein sind weltweit gefragt“, so Christina-Johanna Paulsen-Schlüter, die Landesvorsitzende der Tierzüchter. Sie führte an, dass die Gesundheit und Fitness der Tiere für die Erzeugerbetriebe eine hohe Priorität habe. Zudem haben die Bauern und Züchter erkannt, dass es nicht allein auf Hochleistungstiere ankommt. Die Pflege zahlenmäßig kleiner Rassen sei kein Gegensatz zur modernen Tierzucht, betonte Paulsen-Schlüter: „Die alten Nutztierrassen stellen einen wertvollen genetischen Schatz dar.“

Der schonende Umgang mit den Ressourcen zählt zu den Leitgedanken der aktuellen Norla. Dass dabei der wirtschaftliche Aspekt nicht aus den Augen verloren wird, erkennt man an den neuen Betriebsfahrzeugen, von denen weit über 100 auf dem Messegelände zu sehen sind. Die Motoren werden durchweg sparsamer, die Bedienelemente für den Fahrer einfacher, kaputte Teile schneller austauschbar. Und die Ingenieure erweitern die Fähigkeiten der Maschinen. Ein Beispiel ist die Horsch Express 3KR. Die Kreisel-Egge befördert das Saatgut nicht nur in die Erde, sondern sie bereitet den Boden auch vor und sorgt nach dem Säen dafür, dass die Furche durch Druckrollen geschlossen wird. Die knallrot lackierte Maschine bearbeitet bis zu drei Hektar pro Stunde. Wer sie einsetzen will, muss knapp 50  000 Euro auf den Tisch des Verkäufers legen.

Wesentlich günstiger sind all die Dinge zu haben, mit denen die Norla ihren Anspruch unterstreichen will, eine Verbrauchermesse zu sein. Das Spektrum reicht vom Dekoartikel über den klassischen Gartenbedarf bis hin zum Staubsauger. Zu den Highlights zählt die kulinarische Seite der Norla. Bäcker, Schlachter und Köche zeigen, welche Köstlichkeiten sich aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen herstellen lassen. An einer Fülle an Ständen darf probiert werden, vieles sogar gratis. Wenn man eine komplette Mahlzeit will, muss man bezahlen. Den Norla-Fleischkäse frisch aus dem Ofen gibt es für einen Euro, den Hofkäse mit Bockshornklee für 2,15 Euro (100 Gramm). Wer’s exklusiver mag, labt sich an der Gams-Salami aus Tirol. Pro 100 Gramm werden 5,29 Euro aufgerufen. Im vergangenen Jahr wurde die Norla erstmalig von mehr als 70  000 Menschen besucht. Diesen Erfolg wollen die Messe-Verantwortlichen wiederholen. Ob’s klappt, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab – aber das ist für Landwirte ja nichts Neues.

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