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Arbeit fürs Frühjahr : Die „Blaue Linie“ braucht neuen Farbanstrich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Herbst und Winter kann der Rundgang aus technischen Gründen nicht erneuert werden.

Sie soll Touristen auf einen Rundgang durch Rendsburg führen: die Blaue Linie. 30 sehenswürdige Orte und Einrichtungen sind auf ihr mit Punkten gekennzeichnet. Für die Rendsburger gehört sie seit ihrer Einführung im Jahr 1996 fest zum Stadtbild dazu. In diesen Tagen gibt die etwa 3,2 Kilometer lange Strecke an vielen Stellen allerdings kein gutes Bild ab. Aufgrund der Witterung und starker Benutzung ist die Blaue Linie in einigen Bereichen unterbrochen oder sehr verblasst. Auf den zahlreichen Straßen mit Kopfsteinpflaster ist sie zum Teil vollständig verschwunden. In der Mühlenstraße auf der man von Punkt 1 der Route, dem Altstädter Markt mit dem Alten Rathaus zu Punkt 30, dem ältesten Bürgerhaus der Stadt, gehen kann, ist von der Blauen Linie gar nichts mehr zu sehen. Ohne die Karte, die in der Tourist-Information am Schiffbrückenplatz erhältlich ist, könnten Ortsfremde den Weg zwischen den beiden Punkten nicht finden.

Bis zum Frühling wird sich daran allerdings nichts ändern. „Wir haben die Blaue Linie vor dem Rendsburger HerbstEnde August erneuert. In der Regel frischen wir die Farbe vor dem Winter nicht noch einmal auf“, sagt Anke Samson, Geschäftsführerin von RD-Marketing. Das liege daran, dass die Straßen vollständig trocken sein müssen, damit das Blau aufgetragen werden könne. Da im Herbst und Winter der Untergrund permanent feucht ist, kann Erwin Schimmer die Linie nicht mit der blauen Straßenmarkierfarbe nachbessern. Seine Aufgabe führt der in Rendsburg als Markgraf bekannte Ehrenamtler deshalb – je nach Witterung – ab April und dann bis zu drei Mal im Jahr durch. Bis zu einer Woche lang ist der Markgraf dann mit einem sogenannten Markierwagen entlang der Strecke unterwegs.

Mit der Anfälligkeit der Farbe hat RD-Marketing schon seit Beginn der Entdeckungstour vor 18 Jahren zu kämpfen. 2009 wurde deshalb erstmals eine Thermoplastik getestet, die in Weiß als Mittelstreifen auf Straßen verwendet wird und widerstandsfähiger ist. Der Werkstoff lässt sich problemlos anbringen: die Streifen werden einfach auf die gewünschte Stelle gelegt und erhitzt. Allerdings sei er deutlich teurer als die Spezialfarbe. Die Kosten für diese liegen bereits bei 800 bis 1000 Euro pro Jahr. Bedauerlicherweise habe sich die Thermoplastik ohnehin nicht bewährt: „Sie hat vor allem niedrigen Temperaturen nicht stand gehalten und sich für uns als nicht sinnig erwiesen“, so Anke Samson.

Damit die Touristen auch in naher Zukunft wieder eine durchgehende Route vorfinden, kann jetzt nur noch eines helfen: Auf gutes Wetter im Frühjahr und somit einen zeitigen Anstrich hoffen.

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erstellt am 21.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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