1. Basketball-regionalliga : Die besten Twisters aller Zeiten

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Als Tabellenvierter und frei von jeglichen Abstiegssorgen beenden die Basketballer des BBC Rendsburg die Hinrunde in der 1. Regionalliga.

shz.de von
22. Dezember 2017, 06:00 Uhr

Das ist mal ein völlig neues Gefühl für die Basketballer des BBC Rendsburg und ihren Trainer Bjarne Homfeldt. Erstmals seit ihrer Zugehörigkeit zur 1. Regionalliga vor vier Jahren können die Twisters das Weihnachtsfest unbeschwert genießen, ohne sich Sorgen um das sportliche Überleben in der vierthöchsten nationalen Spielklasse machen zu müssen. Noch nie standen sie nach der Hinrunde so gut da wie in dieser Saison. „Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Der Blick auf die Tabelle tut gut“, sagt Homfeldt. Während man in den vergangenen drei Spielzeiten stets im unteren Drittel des Tableaus feststeckte (siehe Statistik links), gehen die Twisters mit acht Siegen aus zwölf Spielen dieses Mal als Vierter in die Weihnachtspause und können schon einmal die Planungen für ein weiteres Jahr in der 1. Regionalliga angehen – auch wenn Homfeldt noch etwas skeptisch ist. „Wir brauchen in der Rückrunde mindestens noch zwei Siege. Die Liga ist sehr ausgeglichen, da kann fast jeder jeden schlagen. Deshalb sollten wir uns noch nicht zu sicher sein. In die Tabelle kann noch Bewegung kommen.“

Doch die beste Platzierung in der bisherigen Geschichte des BBC hat auch den Ehrgeiz bei dem Trainer geweckt. „Wir haben jetzt oben reingeschnuppert. Wenn möglich, wollen wir den Platz bis zum Saisonende verteidigen.“ Ist vielleicht sogar der Angriff auf die Spitze möglich? „Wir sind erst einmal mit dem zufrieden, was wir erreicht haben und dürfen das nicht als selbstverständlich ansehen. Wir haben auch viel Glück gehabt.“ Gegen Angstgegner Alba Berlin II zum Beispiel. Da sich die Berliner Regionalligamannschaft zum geplanten Spieltermin auf einer China-Reise befand, schickte man kurzerhand ein völlig überfordertes Ersatzteam nach Rendsburg. Die Twisters feierten mit dem 106:40 ihren höchsten Regionalliga-Sieg überhaupt. Und beim 88:78-Sieg gegen die WSG Königs Wusterhausen habe man vom Verletzungspech des Gegners profitiert, so Homfeldt. „Da fehlten bei denen drei wichtige Spieler. Mit denen wäre das Spiel vielleicht ganz anders gelaufen.“

Der Twisters-Coach ist allerdings weit davon entfernt, den bisherigen Erfolg allein auf das Glück zu reduzieren. „Das ist das Ergebnis harter Trainingsarbeit.“ Und eines vor der Saison perfekt zusammen gestellten Kaders. „Das ist die beste Mannschaft, die ich in Rendsburg je trainiert habe“, sagt Homfeldt, der seit sechs Jahren Headcoach der Twisters ist. „Es macht Riesenspaß, mit den Jungs zu arbeiten.“ Vor allem die beiden ausländischen Profis Garrett Jefferson und Ayodeji Adekunle haben sich als „Riesengewinn“ (Homfeldt) für das Team erwiesen. „Man kennt die Jungs ja vorher nur von Videos. Da ist eine Verpflichtung auch immer ein kleines Vabanque-Spiel. Man weiß nie, wie sich die Spieler entwickeln und ob sie mit der Mannschaft harmonieren.“ Nicht immer hatten die Twisters in der Vergangenheit Glück mit ihren ausländischen Akteuren. „Aber dieses Mal passt es.“ Vor allem vom US-Boy Jefferson, mit 286 Punkten bester Scorer der Liga, schwärmt der Coach. „Er macht uns besser, aber die Mannschaft macht auch ihn besser. Es ist die perfekte Symbiose.“ Jefferson und Adekunle seien aber nur zwei Bausteine in dem Ganzen, so Homfeldt. „Jeder Einzelne hat seinen Anteil am Erfolg.“ Ein Max Hillner etwa, der nicht nur seit Jahren konstant gute Leistungen zeigt, sondern der sich seit Beginn dieser Saison auch als Leader einbringt und „hervorragend“ (Homfeldt) das Vakuum ausfüllt, das durch den Rücktritt des langjährigen Mannschaftskapitän Morris Brodersen entstanden ist. Homfeldt: „Auch Spieler wie Sven Gottschalk, Fabian Kleveman oder Christopher Geist haben einen Schritt nach vorne gemacht.“ Und so für ein völlig neues Gefühl bei den Twisters gesorgt.

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