„Die Beschwerden sind völlig haltlos“

Anamaria Badea (29) aus Wasbek zeigt die Einbürgerungsurkunde. Überreicht wurde sie von Barbara Rennekamp (rechts), Leiterin des Fachdienstes für Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr beim Kreis Rendsburg-Eckernförde.
Anamaria Badea (29) aus Wasbek zeigt die Einbürgerungsurkunde. Überreicht wurde sie von Barbara Rennekamp (rechts), Leiterin des Fachdienstes für Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr beim Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Fachdienstleiterin weist Kritik an Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zurück / Sprechstunden für die Neuankömmlinge

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19. Juni 2015, 18:36 Uhr

Kurz vor dem Wochenende hat Petra Mück noch einen wichtigen Termin im Tagesplan. Freitags öffnet die Asylsozialberaterin ihre Sprechstunde im Rendsburger Kreishaus. Die Fachfrau ist die erste Anlaufadresse für die Flüchtlinge, die jeden Donnerstag aus der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster nach Rendsburg kommen. „Wo kann ich einkaufen?“ „Was kann man am Sonntag in Rendsburg unternehmen?“ Die Expertin gibt Ratschläge für die ersten Tage in der fremden Stadt.

„Die Neuankömmlinge werden nicht allein gelassen“, sagt Barbara Rennekamp. Die Fachdienstleiterin ist zuständig für die Ausländerbehörde und die Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in der Kaiserstraße. Dort wohnen die Flüchtlinge, bevor sie innerhalb von drei bis sechs Monaten einer Gemeinde des Kreises zugeteilt werden. „Wenn es Probleme gibt, können sich die Bewohner jederzeit an Petra Mück wenden.“ Dieses Angebot habe natürlich auch für die beiden Männer gegolten, die Kritik an einer „ungeschützten Privatsphäre“, „fehlenden Bettdecken“ und „Ausweiskontrollen“ in der Unterkunft geübt hatten (siehe Artikel: „Flüchtlinge fühlen sich ’wie Gefangene’“ in der Freitagausgabe).

„Die Beschwerden sind völlig haltlos“, kommentiert die Fachdienstleiterin die Vorwürfe und wundert sich, warum sich die Asylbewerber erst nach ihrem Auszug aus dem Haus zu Wort melden und sich nicht vorher um eine Aussprache bemüht haben. „Selbstverständlich gibt es Bettdecken, Reparaturen werden erledigt, und Ausweise werden nur bei konkreten Anlässen kontrolliert“, weist Barbara Rennekamp die Klagen zurück. „Wir investieren ständig in die Ausstattung und kaufen unter anderem Küchen und Waschmaschinen.“ Die Fachdienstleiterin räumt ein, dass die Privatsphäre in einer Gemeinschaftsunterkunft mit 66 Plätzen, von denen derzeit 40 belegt sind, leiden könne. „Seit einiger Zeit kommen viele alleinstehende Männer zu uns, die erst nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens ihre Familien nachholen wollen.“ Für diese Männer stünden in dem Altbau leider keine Einzelzimmer zur Verfügung. Bis zu vier Menschen müssten in einem Raum untergebracht werden. Das sei eine belastende Situation. Allerdings habe sie noch nie zuvor vergleichbare Beschwerden wie die Klagen der beiden Flüchtlinge gehört.

Im Gegenteil: „Sehr viele Menschen fühlen sich in der Unterkunft wohl.“ Die Rückmeldungen seien durchweg positiv. Die Asylsozialberaterin Petra Mück zum Beispiel werde geschätzt. „Sie sind so freundlich und hilfsbereit“, lautet der Dank immer wieder in den Sprechstunden am Freitag.

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