Abi 1966 : Die Aula riecht noch wie damals

Die Ehemaligen in der Aula des Helene-Lange-Gymnasiums: Ein großer Teil der Schüler der Ländlichen Oberschule wohnte damals im Internat auf dem Schulgelände.
Die Ehemaligen in der Aula des Helene-Lange-Gymnasiums: Ein großer Teil der Schüler der Ländlichen Oberschule wohnte damals im Internat auf dem Schulgelände.

Klassentreffen 52 Jahre nach dem Abschluss an der Ländlichen Oberschule – da wurden viele Erinnerungen wach.

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19. Juni 2018, 10:25 Uhr

Klassentreffen nach 52 Jahren. Treffpunkt: Parkplatz Ritterstraße in Rendsburg-Neuwerk um 14.45 Uhr. Kein allzu romantischer Ort. Vor dem Helene-Lange-Gymnasium begrüßten sich umso herzlicher die Teilnehmer aus der früheren Ländlichen Oberschule Rendsburg. Nach dem ersten Treffen (2009) in Rendsburg folgten weitere in der Lüneburger Heide, in Weimar, Lübeck, Bonn, Oslo, Hamburg, Schleswig. Nun war wieder Rendsburg an der Reihe.

Zur Ländlichen Oberschule gehörte damals auch ein Internat. Die gemischte Klassen mit Jungen und Mädchen auf dem Gelände eines Mädchengymnasiums war – nicht nur für die Jungen aus der benachbarten Herderschule – etwas ganz Besonderes: „Wir waren Freiwild für die etwa 600 Mädchen“, gestand Jochen Fehrmann. „Hier hat mich meine Frau gefunden!“

Der Abiturjahrgang vom Februar im sogenannten Kurzschuljahr 1966 unter dem Klassenlehrer Dr. Willi Nielsen traf sich zum neunten Mal in Folge. Wie immer war die Beteiligung der ehemals aus 16 Schülerinnen und Schülern bestehenden Lerngemeinschaft ungewöhnlich hoch. Ein großer Teil von ihnen wohnte einst im Internat auf dem Schulgelände. „Die Ländliche Oberschule brachte das Abitur in die Dörfer“, hieß es damals, als der Besuch eines Gymnasiums für Kinder aus den ländlichen Gebieten noch nicht selbstverständlich war.

Umarmungen, Wiedersehensfreude. Der größte Teil dieser Klasse entschied sich für den Lehrerberuf, wurde Schulleiter oder war anderweitig im Bildungsbereich tätig. So wie Dr. Heinrich Ratjen mit einer Professur für Maschinenbau in Dortmund.

Das Stelldichein war auch eine Zeitreise zu Fuß. Auf alten Wegen ging es in und durch die Schule. Durch die schwere Eingangstür, Treppe nach oben, rechts ab und nach unten in die Turnhalle. „Ist die immer noch da?“ Blicke auf den Schulhof: „Damals war er nur zum Teil asphaltiert“, auch Sand und ein Stück Rasen gab es. In der Aula („Riecht hier immer noch so wie damals“) erfuhr die Gruppe, dass diese angesichts gestiegener Schülerzahlen viel zu klein sei. „Schön, dass sie erhalten ist“, freute sich der Abi-Jahrgang 1966. Erinnerungen an die freundliche Schulsekretärin Frau Stender wurden wach. Und warum war die HeLa so beliebt? Man einigte sich auf den Charme der alten Gebäude, ihren Charakter und die Geschichte. „Wo sind die Jahre geblieben?“ fragte sich Jochen Fehrmann zum Schluss. „Ausgeblendet. Jetzt bin ich hier, und in mir ist die gesamte Schulzeit so lebendig, als sei alles gerade gestern gewesen“, sinnierte er.

Die Ehemaligen schnupperten Schulluft und nahmen im kaum veränderten Klassenraum von damals Platz: Lebendig wurden vergangene Zeiten, an die sich die Klasse während der Führung durchs Gebäude mit Studienrat Michael Derner genau erinnerte. Am zweiten Tag hatten die Organisatoren eine Kreuzfahrt auf der Eider gebucht – hier stand neben Gesprächen und einem guten Essen die schöne Landschaft im Mittelpunkt.

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