Die Anderen sind gar nicht so anders

In angeregtem Gespräch:  Die Deutsche Adelheid Möller und Muhammed Zahir Enayat aus Afghanistan.
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In angeregtem Gespräch: Die Deutsche Adelheid Möller und Muhammed Zahir Enayat aus Afghanistan.

Beim Interkulturellen Seniorentreff kommen Senioren aus der Wohnanlage Am Park in Büdelsdorf mit Migranten zusammen

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20. November 2013, 00:37 Uhr

Gegenseitige Hemmschwellen abbauen, sich untereinander austauschen und dabei einen bisher fremden Kulturkreis kennen und verstehen lernen: Diese Möglichkeit eröffnet älteren Deutschen und ihren in Rendsburg und dem Umland lebenden ausländischen Mitbürgern ein Interkultureller Seniorentreff. Alle 14 Tage mittwochs finden die gleichermaßen unterhaltsamen wie informativen Begegnungen in der Seniorenwohnanlage Am Park in Büdelsdorf statt.

Die Idee für die Zusammenkünfte mit internationalem Anstrich entstand, als die seit dem Frühjahr 2011 eingesetzten Bürgerarbeiter auch in den Pflegeheimen tätig wurden. Die drei Frauen und ihr männlicher Kollege lernten neben russisch oder polnisch sprechenden Menschen nur vereinzelt Migranten aus anderen Ländern kennen. So entstand die Idee, auch diesen die Chance zur Integration im Alter zu eröffnen.

Seit dem vergangenen Jahr organisieren Rosana Trautrims, Projektleiterin beim gemeinnützigen Verein Umwelt, Technik, Soziales (UTS), und Antje Wolff, zuständig für die soziale Betreuung im Haus Am Park, den Interkulturellen Treff mit bis zu 25 Teilnehmern. Davon zählen gut 80 Prozent zu den Bewohnern. Die Migranten, von denen viele erst dem Rentenalter entgegen„wachsen“, können sich mit in ihren Heimatländern oft unbekannten Fragen auseinandersetzen.

Es geht ums betreute Wohnen ebenso wie um ambulante Pflege für die Eltern und das alltägliche Leben in einem Seniorenheim. Die Senioren ihrerseits erfahren, dass ihre Gäste gar nicht so anders sind wie immer angenommen. Auch Gesellschaftsspiele und gemütliches Kaffeetrinken gehören zum Programm, wie Rosana Trautrims berichtet. Die 41-jährige Brasilianerin ist von Beruf Psychotherapeutin und lebt jetzt seit acht Jahren in Deutschland.

Beim jüngsten Zusammentreffen stand der Libanon im Mittelpunkt. Amal Charif berichtete über Rituale, Familie und Religion in ihrem Land und servierte dazu typische selbstgekochte Speisen. Am 27. November (9.30 Uhr) wird Svetlana Kim ihre Heimat Kasachstan vorstellen. Auch neue Migranten sind in der Runde willkommen, die bei genügend Interesse vielleicht bald wöchentlich zusammenkommt.

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