Büdelsdorf : Die Ampel, die plötzlich verschwindet

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In Büdelsdorf wird eine Ampel durch einen Baum verdeckt. Immer wieder übersehen Autofahrer das rote Licht und fahren weiter. Eine Möglichkeit wäre, den Baum zu fällen – doch so einfach ist das nicht.

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27. November 2013, 06:00 Uhr

Büdelsdorf | Johannes Riek (77) aus Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist in Sorge um Schulkinder, die wochentags die Hollerstraße überqueren. Ein Baumstamm behindert die Sicht auf die Ampel Hollerstraße, Einmündung Sportallee. Autofahrer, die aus Rendsburg kommend Richtung Eckernförde fahren, können das Verkehrszeichen nicht sehen und fahren über die rote Ampel.

Johannes Riek (77) ist über diesen Zustand besorgt. Er hat Angst um seine Enkelin Jette (8), die auf ihrem Schulweg über die Hollerstraße muss. „Oft fahren die Autos einfach durch, obwohl die Ampel „rot“ für sie anzeigt. In einem kleinen Moment Unachtsamkeit kann viel passieren.“ Riek kennt sich im Straßenverkehr aus. Er ist viele Jahre selbst Lastwagen gefahren. Ungefähr 400 Meter vor der Ampel könne man Lichtzeichen am Pfahl noch erkennen, hat er festgestellt. Er vermutet, dass die Autofahrer nur auf die Ampel rechts neben der Fahrbahn achten, nicht auf die Lichter links oder am Bogen.

Das Problem mit dem Baum beschäftigt ihn schon lange. „Vor über zwanzig Jahren gab es schon einmal einen Bericht in der Landeszeitung“, berichtet der Rentner. Damals habe die Stadt die Anpflanzung mit der Begrünung der Hollerstraße begründet. „Aber es kann doch kein Problem sein, den einen Baum rauszunehmen und umzusetzen“, hält Riek dagegen. Er denkt vor allem an die Schulkinder. „Wenn die Schüler morgens über die Straße gehen ist hier lebhafter Berufsverkehr.“

Unbeliebte Bäume zu fällen ist allerdings nicht erlaubt. „Die Baumreihe ist durch das Landesnaturschutzgesetz geschützt“, sagt Dietrich Sieg, Landschaftsplaner beim Bauamt Büdelsdorf. Es seien drei Ampeln und die rechte sei für eine Strecke von fünf bis zehn Meter durch den Stamm verdeckt. Das Problem liegt an anderer Stelle: Manchmal zeigt die Ampel stadteinwärts für die Autofahrer rot, während stadtauswärts grün aufleuchtet. Zuständig für die Ampelschaltung ist allerdings nicht Büdelsdorf, sondern die Straßenbauverwaltung. Wenn viel Verkehr in Büdelsdorf ist, springt die Ampel stadteinwärts auf rot, damit die Hollerstraße nicht überlastet wird. „Die Ampelschaltung führt zu starken Irritationen bei den Autofahrern“, berichtet Sieg.

Laut Polizeistatistik ist die Angst der Eltern unbegründet. „Die Stelle ist kein markanter Unfallschwerpunkt“, sagt der Büdelsdorfer Stationsleiter Frank Pallentin. Er sei seit anderthalb Jahren auf dem Revier und habe an der Einmündung noch keinen einzigen Unfall aufgenommen. Angesprochen worden auf die Sichtbehinderung sei er bisher auch nicht.

Johannes Riek hat jedenfalls vorgesorgt. Der Rentner hat seiner Enkelin beigebracht, immer an der Ampel zu warten, auch wenn die Ampelanlage für die Fußgänger „grün“ zeigt. Die Sicherheit geht vor.

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