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Die 12 Cellisten begeisterten in der voll besetzten Christkirche

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Rensburg | "Wir freuen uns außerordentlich, in dieser schönen Kirche in Rendsburg zu sein. Wir hoffen, dass es bei Ihnen genauso ist." Mit diesen Worten begrüßte Ludwig Quandt vom Ensemble der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker das Publikum in der voll besetzen Christkirche. Hohe Erwartungen hatten wieder einmal viele Menschen nach angelockt. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage war die Christkirche ausverkauft.

Nach der einleitenden Suite des 1695 geborenen Henry Purcell ("Streicher klingen doch nicht so strahlend wie Trompeten") und den für das Cello-Ensemble arrangierten "Waldszenen" von Robert Schumann (geb. 1810) erfolgte der Sprung in die aktuelle Zeit Gubaidiulinas: Schwere, düstere Stimmung, belastende Klänge - wie Erinnerungen an einen Lebenskampf mit vielen Bedrohungen, Gefährdungen und Ängsten. Ein Labyrinth, von dem man weiß, dass es irgendwo einen Ausgang und ein Ende gibt, die man aber noch nicht gefunden hat.

Eine Entdeckung im ersten Teil waren die Purcell-Suite und Schumanns Waldszenen, bei denen, anders als in der originalen Klavierfassung, Stimmungen noch intensiver herausgearbeitet wurden. Eine besondere Note erhielt die "Verrufene Stelle" durch den Text von Friedrich Hebbel, den Ludwig Quandt vortrug.

Bedeutend sorgloser wirkte der zweite Teil: Mit dem "Blues" von Boris Blacher leiteten die Cellisten leichtere Gefilde über. Darin die Romanze aus Bizets "Perlenfischer", Ravels verzaubernd klangschöne "Pavane pour une infante défunte", Henri Bourtayres "Fleur de Paris" und "The 12 in Bossa nova" von Wilhelm Kaiser-Lindemann. Der vor kurzem verstorbene Freund des Ensembles hatte ihn extra für die Cellisten komponiert. Als offizieller Schluss war Burt Bacharachs "South American Gateway" gedacht.

Musik, die tief berührt und in andere Gedankenwelten entführt - das ist bei den 12 Cellisten Standard, sogar bei künstlerisch und spieltechnisch aufgepeppter Unterhaltungsmusik. Sie hatten durchgängig so perfekt mit hohen Anspruch gespielt und mit traumhafter Klangkultur verwöhnt, dass niemand bereit war, ohne Zugabe die Kirche zu verlassen. Drei spendierten die Künstler dem begeisterten Publikum, darunter Ennio Morricones "Spiel mir das Lied vom Tod" und als besonderes Geschenk die von Olaf Manninger arrangierte und am selben Morgen ins Hotel gemailte "Berceuse" von Gabriel Fauré. Sie erklang zum ersten Mal öffentlich. Eine Welt-Uraufführung, exklusiv für das Christkirchen-Publikum.

Wie in Rendsburg üblich, wurde der Abend im Pelli-Hof von Hans-Hinrich Blunck, Sprecher des Ortsbeirats Region Rendsburg, mit Dank an alle Helfer, Sponsoren und Unterstützer mit großem Erfrischungsbier und kleinem Imbiss abgeschlossen. Blunck und Repräsentanten der Gemeinden, dieses Mal Bürgermeister Karl-Heinz Boyens aus Rickert und Stadträtin Annegret Bruns (Rendsburg), überreichten jedem Ensemble-Mitglied eine kleine Pfeife aus der alten Christkirchen-Orgel sowie eine Erinnerung an das 100-jährige Bestehen der Eisenbahnbrücke.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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