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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 02:27 Uhr

Flüchtlinge : Deutsch lernen in Erfde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Berufsbildungszentrum Schleswig richtet Außenstelle für elf Schüler ein.

Unter der Trägerschaft des Berufsbildungszentrums (BBZ) Schleswig wird in einem Klassenraum der Stapelholm-Schule in Erfde ab dem 11. Januar eine DAZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) für jugendliche Flüchtlinge eingerichtet.
Nach Auskunft von BBZ-Schulleiter Hans Hermann Henken ist täglicher Unterricht mit bis zu 22 Wochenstunden geplant. „In dem ersten Schuljahr geht es um den Spracherwerb und fachpraktisch bezogene Tage“, so Henken. Der Unterricht wird von Lehrern des BBZ durchgeführt. Einer davon ist in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Schleswig tätig. Henken ist froh darüber, in Erfde die elfte DAZ-Klasse des BBZ einrichten zu können. „In Schleswig können wir wegen der begrenzten Räumlichkeiten nur im Schichtbetrieb Unterricht anbieten“, so Henken. Richtig ins Schwärmen gerät Henken bei der Motivation der 16- bis 18-Jährigen: „Unsere Erfahrung in Schleswig und Kappeln sind außerordentlich positiv. Die jungen Migranten gehen mit großem Einsatz an die Sache heran und wollen die deutsche Sprache, Kultur, Lebens- und Arbeitswelt kennen lernen.“ Gerade diese jungen Menschen tragen laut Henken dazu bei, „den Fachkräftemangel vor allem im Handwerk zu verringern und die Landschaft Stapelholm als Lebens- und Wohnort attraktiv zu halten“.

So sieht es auch Timo Kux aus Hollingstedt. Der 35-Jährige hat in Schleswig und seit zwei Wochen in Erfde die Einrichtung „Perspektive Zukunft“ für jugendliche Flüchtlinge eingerichtet. In Erfde-Süderende sind elf 16- bis 18-Jährige untergebracht. Sechs kommen aus Afghanistan, vier aus Syrien und einer aus Eritrea. Vier Mitarbeiter kümmern sich um diese Jugendlichen. „Sie machen das, was Eltern sonst machen“, so Kux. Besonderen Wert legt man darauf, dass die Jugendlichen sehr schnell integriert werden sollen. So wird schon Fußball und Tischtennis im TSV Erfde gespielt. „Wir würden uns auch sehr freuen, wenn sich Personen bereit erklären würden, Vormundschaften für unsere Jungs zu übernehmen“, so der Appell von Kux.

Die künftigen Schüler können es nicht abwarten, im Januar mit dem Unterricht zu beginnen. Schon jetzt machen sich die sechs Afghanen Sorgen darüber, dass sie mit Erreichen der Volljährigkeit beziehungsweise Beendigung der Ausbildung in Deutschland keine Aufenthaltsgenehmigung mehr erhalten.

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