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Rendsburg-Eckernförde : Deutlich weniger Dauerarbeitslose

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

2000 Menschen im Kreisgebiet sind seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung – das sind 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Konjunktur läuft rund. Die steigende Beschäftigung hält nicht nur die Arbeitslosenquote im Kreis Rendsburg-Eckernförde auf stabilen 4,5 Prozent (Stand November). Sie hat auch Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot gebracht. Prozentual fällt der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit im Jahresvergleich mit 13,4 Prozent sogar weitaus deutlicher aus als bei den Arbeitslosen insgesamt. Dort hat es gegenüber November 2015 einen Rückgang um 7,4 Prozent gegeben. Dennoch bleibt der Sockel groß: Knapp über 2000 der rund 6250 Arbeitslosen im Kreis sind schon seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung – und damit laut Definition der Agentur für Arbeit langzeitarbeitslos. Das entspricht einem Anteil von 33,2 Prozent.

Die Arbeitsagentur und vor allem das Jobcenter versuchen, mit speziellen Programmen und Beratungsangeboten gegenzusteuern. Agenturchefin Michaela Bagger nennt die Hauptursachen von Langzeitarbeitslosigkeit: „Es gibt häufig keine oder keine verwertbare Berufsausbildung. Auch das Alter löst bei vielen Arbeitgebern eine Sperre aus.“ Im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist exakt ein Drittel der Langzeitarbeitslosen älter als 55 Jahre. Das betrifft 691 Menschen. Mehr als die Hälfte wird als gering qualifiziert eingestuft – insgesamt 1130 Personen. Und 280 der gut 2000 Langzeitarbeitslosen sind alleinerziehend. Das entspricht einer Quote von 13,5 Prozent.

Im Gesamtbereich der Agentur für Arbeit Neumünster zeigt die Tendenz ebenfalls nach unten, allerdings nicht ganz so stark. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber November 2015 um 6,4 Prozent. Bei den Langzeitarbeitslosen war ein Rückgang von 10,7 Prozent zu verzeichnen. In der Agentur kümmert sich ein Team speziell um Langzeitarbeitslose. „Wir schauen, wo besondere Interessen und Talente liegen, auch ob es berufliche Alternativen gibt“, sagt Bagger und betont: „Es gibt keinen Königsweg.“

Zumindest im Jobcenter Neumünster ist unter anderem die Diakonie mit im Boot. Thorben Maack ist Pflegedienstleiter bei der Diakonie Altholstein und hat bisher gute Erfahrungen gemacht. „Die Ängste vor einer angeblich fehlenden Motivation von Langzeitarbeitslosen sind unbegründet“, sagt Maack. Bestes Beispiel ist Martin Goldbach: Der 61-Jährige aus Molfsee ist eigentlich Gärtner und Florist, wurde dann 2015 arbeitslos und kam durch die Vermittlung der Arbeitsagentur zur Diakonie. Nach einem Praktikum in der Tagespflege ließ er sich zur Betreuungskraft für ältere und demenzkranke Menschen ausbilden und ist seit November fest bei der Diakonie angestellt.

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erstellt am 22.Dez.2016 | 11:27 Uhr

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