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Fussball-Verbandsliga : Derbysieg mit fadem Beigeschmack

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Rendsburger TSV gewinnt 4:1 beim Osterrönfelder TSV, verliert aber Dennis Schnepel durch eine Rote Karte.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Stephan Waskönig hätte eigentlich zufrieden sein können. 4:1 (1:1) hatte der Rendsburger TSV das Derby in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost dank seiner gnadenlosen Effektivität beim Osterrönfelder TSV gewonnen und damit den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortgesetzt, doch die rechte Freude wollte sich beim Rendsburger Trainer nicht einstellen, denn der Sieg hatte einen faden Beigeschmack. Wieder einmal musste Waskönig eine Undiszipliniertheit einer seiner Akteure zu beklagen.

In der 64. Minute griff Dennis Schnepel seinem Gegenspieler Lasse Reimer an den Hals, warf den Osterrönfelder mit einer Bewegung zu Boden, die so manchem Wrestler zur Ehre gereicht hätte, und kassierte dafür zurecht die Rote Karte von Schiedsrichter Olaf Sulimma (Kappeln). „Der hat mich ständig provoziert“, versuchte der Sünder seinen Aussetzer, der den Höhepunkt einer giftigen Auseinandersetzung mit vielen Nickligkeiten markierte, auf dem Weg in die Kabine zu rechtfertigen. Sein Coach hatte dafür allerdings kein Verständnis. „So eine Rote Karte kotzt mich an, aber als Trainer bis du gegen so etwas machtlos.“ Die Wut des Trainers war nachvollziehbar, den Schnepel wird den nicht gerade üppig besetzten Rendsburgern in den kommenden Spielen schmerzhaft fehlen. Immerhin gereichte die Hinausstellung den Gästen nicht zum Nachteil. In Unterzahl bauten die Rendsburger ihren 2:1-Vorsprung bis zum Abpfiff sogar noch auf 4:1 aus. „Das war charakterlich eins A von Jungs. Aber es ist ja oft im Fußball, dass eine Mannschaft mit einem Mann weniger nicht unbedingt schlechter spielt, weil jeder dann noch einen Tick mehr macht.“

Dem konnte Osterrönfelds Coach Olaf Lehmann nur zustimmen. „Dass wir in der letzten halben Stunde einen Mann mehr auf dem Platz hatten, hat man leider nicht gemerkt. Wir haben uns ja kaum Chancen herausgespielt. Und wenn wir Chancen hatten, haben wir sie zum Teil kläglich vergeben““, monierte Lehmann. Vor allem Florian Kuklinski agierte dabei sehr unglücklich und traf beim Abschluss oder Abspiel zu oft die falsche Entscheidung.

Doch nicht nur die Einfallslosigkeit in Überzahl und die fehlende Klasse vor dem gegnerischen Tor bemängelte Lehmann. Es waren vor allem die „vielen blöden Abwehrfehler“, die den OTSV-Coach zur Weißglut brachten. „Wir haben uns ja quasi selber geschlagen.“ Dabei war sein Team gut in die Partie gekommen und ging nach rund einer halben Stunde in Führung. Nach einer Flanke von Lasse Reimer drosch Florian Kuklinski den Ball per Dropkick zum 1:0 in die Maschen des Rendsburger Tores (32.). Doch die Führung hatte gerade einmal fünf Minuten Bestand, weil Felix Mosebach sich gegen Thore Bannow 20 Meter vor dem Osterrönfelder Tor ein überflüssiges Foul leistete und Dennis Usadel den Ball beim anschließenden Freistoß unhaltbar für OTSV-Keeper Marcel Eiper zum 1:1 in den rechten oberen Winkel zirkelte. Auch dem 2:1 der Gäste gingen Fehler der Hausherren voraus. Nach einer Ecke ließ Kuklinski Marco Müller von der Strafraumgrenze frei zum Schuss kommen, den tückischen Aufsetzer boxte sich Eiper ins eigene Tor (57.). Und beim 3:1 narrte Serdzan Redzepovski gleich zwei Osterrönfelder mit einer einfachen Körpertäuschung und traf aus halbrechter Position mit platziertem Flachschuss ins lange Eck (83.). Das 4:1 in der Nachspielzeit durch Thies Kalina resultierte schließlich aus einem mustergültigen Konter gegen zu weit aufgerückte Gastgeber.

„Diese Kleinigkeiten haben uns das Genick gebrochen. Hinten Fehler, vorne Fehler. So kannst du eben nicht gewinnen“, resümierte Lehmann und ordnete den RTSV-Sieg als „verdient“ ein. Das sah auch Waskönig so. „Wir haben den Sieg mehr gewollt als der Gegner und zurecht gewonnen. So sehr ich mich über den Erfolg freue, so sehr ärgere ich mich aber auch über die Rote Karte.“

Osterrönfelder TSV: Eiper – Lobeck (73. Rathjen), Mosebach, Dollnick, Zapfe – Jahnke, M. Lehmann, Piotraschke (65. Schneider), Reimer – Persecke (13. Yalcinkaya), Kuklinski.
Rendsburger TSV: Martensen – Müller, Herzig, Beckmann, Buthmann – Redzepovski, Usadel – Schnepel, Kalina – Bannow (46. Schrum), Hehlert (68. Witt).
Schiedsrichter: Sulimma (Kappeln)
Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Kuklinski (32.), 1:1 Usadel (37.), 1:2 Müller (57.), 1:3 Redzepovski (83.), 1:4 Kalina (90.+4).
Rote Karte: Schnepel (64., Tätlichkeit).


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