zur Navigation springen

Warten auf den Winter : Der Winter, der bisher keiner ist

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schneeschieber und Streusalz werden in den Rendsburger Geschäften zu Ladenhütern. Zumindest der Umwelt- und Technikhof findet Zeit zum Ausbessern von Schlaglöchern. Auch die Mitarbeiter können Überstunden aufgrund des fehlenden Winters abbummeln.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 11:06 Uhr

Rendsburg | Erst grüne Weihnachten, dann eine Silvesterparty bei lauen fünf Grad und jetzt Anfang Januar immer noch keine Spur von Väterchen Frost in Sicht: Der Winter lässt nach wie vor auf sich warten.

Schneeschieber, Schlitten, Brennholz und Streusalz lagern im „Hagebaumarkt“ in der Friedrichstädter Straße. 1000 Schneeschieber und 35 Tonnen Holzpellets liegen für die Kunden bereit. „Nach dem harten Winter im letzten Jahr sind wir gewappnet. Unsere Lager sind  voll“, erklärt Geschäftsleiter Frank Sämann. Bisher ist der Verkauf von Winterprodukten aber eher zurückhaltend. Bei zehn Grad geht Streusalz eben nicht richtig gut. „Viele Menschen haben sich Schneeschieber im Oktober besorgt, damit sie schon einen haben, wenn es schneit“, sagt Verkäuferin Christina Schumacher. Im letzten Jahr waren Winterprodukte wie Enteiser und Schippen nämlich nur noch schwer zu bekommen. Gartenliebhaber dürfte das laue Wetter eher freuen. „Wenn es keinen harten Winter gibt, startet das Gartengeschäft früher“, sagt Sämann. Statt Eisblumen wachsen dann Primeln.

„Wenn es Schnee gäbe, würde ich mehr Winterreifen verkaufen“, sagt Ralf Schulz, Geschäftsführer von „Premio Reifen und Autoservice“. Der Reifenhandel brauche den Winter. Trotz des milden Wetters gehen aber täglich Winterreifen über den Ladentisch. Nach Umrüstung auf Sommerreifen hat bisher kein Kunde verlangt. Das wäre auch sehr unvernünftig. Wer täglich mit seinem Wagen fährt, sollte Winterreifen aufgezogen haben. „Unter sieben Grad sind die speziellen Reifen besser und sicherer, da sie besser greifen.“

Trotz mildem Winter ist die Kleidung für die kalte Jahreszeit bei dem Modegeschäft „Gina Laura“ am Schiffbrückenplatz so gut wie ausverkauft. Die Kunden kleiden sich frühzeitig im September ein, da dann die Auswahl am größten ist. „Die klassische Winterkleidung wie früher mit dickem Wollpullover gibt es nicht mehr“, sagt Verkäuferin Birgit Stöcken. Angesagt ist vielmehr der Lagen-Look, der aus verschiedenen Kleidungsschichten besteht. Ist es draußen fünf Grad kälter, zieht man sich einfach eine Strickjacke über.

Jemand, der sich über den milden Winter  freut, ist der Betriebsleiter des Umwelt- und Technikhofes (UTH), Niels Faust. Kein Schnee und keine Glätte bedeuten weniger Einsätze. Erst wenige Male mussten  die Fahrzeuge des UTH morgens zum Streuen ausrücken. „Ich bin ganz froh“, sagt Niels Faust, „so können wir uns anderen Arbeiten widmen.“ Dank des milden Wetters können Löcher in den Straßen ausgebessert werden. Und die letzten Schäden von Orkan „Christian“ warten noch auf ihre Beseitigung. Angenehmer Nebeneffekt für die Mitarbeiter: Sie können Überstunden abbummeln. Den 450 Tonnen Salz ist es jedenfalls egal, ob sie diesen oder nächsten Winter auf die Straßen gestreut werden. Aber vielleicht kommt es ja doch noch in diesem Winter zum Einsatz: „Der Winter kommt im Februar“, ist Faust überzeugt, „dann werden wir noch ein bisschen Salz verbrauchen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen