Videos im Internet : Der „Wetterschnacker“ von Nortorf

An seinem Arbeitsplatz: Hier schneidet und vertont Helmut Böttcher seine Videos.
An seinem Arbeitsplatz: Hier schneidet und vertont Helmut Böttcher seine Videos.

Helmut Böttcher stellt jeden Tag ein Video aus seiner Heimat ins Internet. Seine Werke wurden bereits 25.000 Mal angesehen.

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23. Januar 2015, 06:00 Uhr

Wenn morgens um halb fünf der Wecker klingelt, weiß Helmut Böttcher noch gar nicht so genau, wohin ihn sein Weg eigentlich führt. Mit seiner Videokamera bewaffnet steigt der Nortorfer in sein Auto und fährt los. „Irgendwo lande ich dann, mal in Nortorf, mal in einer Nachbargemeinde“, erklärt Böttcher. Anschließend wird die Videokamera aufgebaut und Böttcher dreht einen kurzen Beitrag über das aktuelle Wetter im Amt Nortorfer Land. Der landet dann auf der Internetplattform Youtube und auf der Facebook-Seite „Nortorf auf Facebook.“ „Wetterschnack“ nennt er diese Beiträge. Rund 25  000 Klicks hat der 64-Jährige durch seine Videos bislang erreicht.

Wie der Rentner auf sein Hobby gekommen ist, weiß er nicht so genau. „Einen Hang zum Journalismus hatte ich schon immer“, so der ehemalige Werksfeuerwehrmann bei HDW in Kiel. 1974 fing er an, erste Bilder zu machen. Durch seinen Schichtdienst hatte er auch tagsüber oft Zeit, mit seiner Kamera durch die Gegend zu fahren. Als er seine Arbeitsstelle wechselte, ruhte das Hobby, berichtet Böttcher. „Doch dann kam irgendwann das Internet.“

Seit gut einem Jahr ist er nun Administrator der Seite „Nortorf auf Facebook“. Die eigentliche Gründerin habe er kurioserweise noch nie kennen gelernt. „Ich hatte mal angeregt, einen Fotowettbewerb für ein Titelbild dort zu organisieren. Das kam offensichtlich gut an und ich wurde zum Administrator ernannt.“ Die „Wetterschnacks“ kamen beim Publikum gut an. Aber nicht nur vom Wetter berichtet der 64-Jährige. Ob beim Dämmershopping, Aufstellen der Blumenampeln oder anderen Veranstaltungen im Amt – Helmut Böttcher ist mit seiner Kamera dabei. Fast täglich lädt er ein Video hoch. Morgens ruht seine Ausrüstung jedoch: „Es ist momentan einfach zu dunkel um diese Uhrzeit.“ Deshalb wird das Wetter in den Wintermonaten von Marita Ulrich illustriert und gepostet. Auch kleine Filme über die Gemeinden hat Helmut Böttcher schon gedreht. Ob witzige Geschichten, die Entwicklung des Dorfes oder kleine Anekdoten – alles ist dabei. Er möchte die Leute zum Nachdenken anregen und von früher berichten. „Ich möchte die Bürger gern anstoßen.“

Während seine „Wetterschnacks“ mit 15 Minuten schnell fertig sind, dauere so ein Film schon eine gewisse Zeit. „Das Schneiden macht die meiste Arbeit“, erklärt Helmut Böttcher. Aber auch die Vorbereitungen seien nicht zu verachten. „Am Anfang steht bei mir das Drehbuch im Kopf fest“, so der Hobby-Filmer. „Bei den Wetterdrehs bin ich alleine. Die sind relativ schnell im Kasten, da nichts dazwischen kommen kann. Bei Veranstaltungen kann es jedoch 1000 Überraschungen geben.“ Die Aufnahme dann perfekt zu schneiden sei manchmal gar nicht einfach. „Vor allem, weil ich mich auch gern mal selbst unter Druck setze“, so der Nortorfer. Zum Schneiden und Vertonen steht Böttcher öfter nachts auf. „Für die Arbeit brauche ich absolute Ruhe.“

Über Weihnachten hat sich Helmut Böttcher auch eine eigene Internetseite angelegt. Sein größter Wunsch: „Eine kleine Kameradrohne wäre schon klasse.“

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