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Der „Wetterfrosch“ erholt sich am liebsten im Wald

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hermann Kröger liefert Daten für den Deutschen Wetterdienst / Lindenhof auch mit FH-Versuchsfeld

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern machen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. Im heutigen Teil der Serie geht es mit Hermann Kröger durch Ostenfeld.

Wie morgen das Wetter wird, weiß Hermann Kröger genau. Seit 15 Jahren besitzt der 64-Jährige eine Wetterstation auf seinem Lindenhof, von der täglich Daten an den Deutschen Wetterdienst (DWD) übertragen werden. Und Kröger ist zudem ein echtes Ostenfelder Urgestein, das genau weiß, wo die schönsten Ecken der Gemeinde zu finden sind.

Hermann Kröger ist studierter Landwirt mit Herz und Seele, doch mittlerweile haben er und seine Ehefrau den Lindenhof an die beiden Töchter übergeben und für sich ein Haus gemietet, das zentraler in Ostenfeld liegt. Die übernächste Generation, die irgendwann den Hof übernehmen könnte, steht auch schon fast in den Startlöchern. Hermann Kröger hat bisher drei Enkel, ein vierter folgt in etwa sechs Monaten. „Die Landwirtschaft hat Ostenfeld schon immer stark geprägt, doch leider sind von ursprünglich 13 Bauern nur noch fünf übrig“, erzählt Kröger, der es sehr schade findet, dass einige der alten Höfe zum Teil sehr verfallen sind. Auch einen Arzt, einen Kaufmann und eine Gastwirtschaft gebe es nicht mehr. „Das ist alles vorbei. Doch für junge Familien ist Ostenfeld trotzdem attraktiv, da es ein kleines Neubaugebiet und einen Kindergarten im ehemaligen Schulhaus gibt.“ Auch die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde ist dort untergebracht. „Die alte Schule ist wirklich sehenswert. Sie ist vor etwa fünf Jahren abgebrannt, wurde aber im alten Stil neu aufgebaut. Dort finden auch Versammlungen und Veranstaltungen statt“, berichtet Kröger.

Am liebsten verbringt der Pensionär seine Zeit aber in der Natur – meist in seinem 3,3 Hektar Wald, den er vor rund 20 Jahren pflanzte. „Waldbau ist teilweise interessanter als Ackerbau“, sagt er. „Wir haben hier in und um Ostenfeld viele schöne Plätze, an denen man zur Ruhe kommen und den Blick in die Ferne schweifen lassen kann,“ fügt er hinzu. „Aber der Wald ist mein Lieblingsplatz.“ In Krögers Wald befindet sich ein ganz besonderer Baum. Die Kastanie ist der Familienbaum der Krögers, den sie gemeinsam gepflanzt haben. Schön findet der Naturfreund auch die Kirche auf dem Friedhofsgelände, die vor etwa 52 Jahren erbaut wurde. Sie gehört zur Kirchengemeinde Schacht-Audorf.

Der Pensionär hat auf jeden Fall einen guten Draht zum Wettergott. Ob es morgen regnen wird oder ob die Sonne scheint, kann Hermann Kröger ganz genau mit seiner Wetterstation feststellen, die zudem täglich Daten an den Deutschen Wetterdienst liefert. „Früher musste man das Thermometer immer selbst ablesen. Mittlerweile werden die Daten automatisch in die DWD-Zentrale übertragen“, betont Kröger. Gesendet werden neben der Temperatur auch unter anderem Luftfeuchtigkeit und Sonnenstunden. „Nur die Höhe und das Gewicht des Schnees muss ich immer noch manuell messen und an den Wetterdienst weitergeben.“

Neben der Wetterstation besitzt der Lindenhof auch ein Versuchsfeld der Fachhochschule Kiel, das seit 25 Jahren für Tests genutzt wird. „Die Zusammenarbeit ist damals zustande gekommen, da ich selbst Absolvent der Fachhochschule bin. Drei Versuchstechniker sind ständig auf dem Hof und führen zum Beispiel produktionstechnische Versuche mit Schutzmitteln oder Saatzeiten durch. Da die FH neutral ist, wird sie gern von der Industrie beauftragt. Auch Bachelor- und Masterarbeiten werden hier auf dem Hof geschrieben“, erklärt Hermann Kröger. „Wichtig ist mir aber, zu sagen, dass hier keine Versuche mit Gen verändernden Organismen gemacht werden.“ Einmal im Jahr wird auf dem Lindenhof außerdem ein Tag der offenen Tür mit Hoffest veranstaltet.

Hermann Kröger gefällt es gut in der rund 550 Einwohner starken Gemeinde. „Ich mag Ostenfeld, schaue aber auch gern einmal über den Tellerrand“, sagt er.

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erstellt am 04.Aug.2015 | 12:21 Uhr

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