Bürgermeisterwahl in Rendsburg : Der Wahlkampf kann beginnen

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Am 28. Oktober stimmt Rendsburg über neuen Bürgermeister ab / Bewerbungen ab sofort möglich / Kripobeamter Björn Goos bekundet Interesse

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29. Juni 2012, 07:49 Uhr

Rendsburg | Das Rennen um den Bürgermeisterposten hat begonnen: Der Gemeindewahlausschuss hat gestern Nachmittag das Wahldatum auf den 28. Oktober festgelegt. Eine eventuelle Stichwahl findet am 11. November statt. "Damit können in der Ratsversammlung vertretene Parteien und Einzelbewerber ab sofort Bewerbungen abgeben", verkündete Wahlleiter Herbert Schauer. Eine formale Ausschreibung des Postens ist nach einer Änderung der Bestimmungen nicht mehr notwendig. Die Stadt wird lediglich auf ihrer Internetseite, durch Veröffentlichung im Mitteilungsblatt für Schleswig-Holstein sowie in Zeitungsanzeigen auf die Formalien hinweisen.

Die Bewerbungen müssen spätestens bis zum 10. September (18 Uhr) im Wahlamt eingegangen sein. Die Parteien in der Ratsversammlung haben Vorschlagsrecht. Andere Kandidaten müssen mindestens 155 Unterstützer-Unterschriften von Wahlberechtigten vorlegen, um zur Bürgermeisterwahl zugelassen zu werden. Die nächste Sitzung des Wahlausschusses wurde auf den 14. September festgelegt - dann wird darüber beraten, welche Kandidaten zur Bürgermeisterwahl zugelassen werden.

Und wer will/soll Nachfolger von Andreas Breitner im Amt des Rendsburger Bürgermeisters werden? Die Suche nach geeigneten Kandidaten ist in vollem Gange - weitere Namen sind im Gespräch. Bei der FDP hat man sich auf einen Kandidaten geeinigt, will den Namen aber erst in einigen Tagen bekanntgeben. "Wir werden auf jeden Fall einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken", sagte der Ortsvorsitzende Stefan Joachim Dohm, den viele für die einzig denkbare Option halten. Es sei wichtig, den Rendsburgern "mehr als nur ein ernst zu nehmendes personelles Angebot zu machen".

Die Fraktionen der SPD und CDU sind diese Woche "in Gesprächen über einen gemeinsamen Kandidaten", sagte Thomas Krabbes. Bevorzugt werde ein parteiloser Anwärter, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Das bestätigte der Ortsvorsitzende der Christdemokraten, Klaus Brunkert - mit einer Einschränkung: "Wir möchten zwar gern mit der SPD über einen gemeinsamen Kandidaten sprechen, aber das ist zurzeit nicht möglich: Uns wurde signalisiert, dass diese Verhandlungen wegen Urlaubs erst wieder Ende Juli möglich sind."

Man suche dennoch weiter, so Brunkert: "Wir ziehen einen Fachmann vor, der in der Lage ist, eine Verwaltung zu führen. Es wäre von Vorteil, wenn dieser Kandidat nicht parteigebunden wäre." Als Grund dafür führte Brunkert die Vergangenheit an: "Wir brauchen jemanden, der sich aus dem parteipolitischen Gezänk heraushalten kann." Das sei zuletzt nicht immer möglich gewesen und habe zu erheblichen Reibungsverlusten geführt. "Kandidaten, die unseren Anforderungen entsprechen, können sich gern melden. Wir sind da ganz offen."

Unabhängig davon hat jetzt erstmals ein parteiloser Kandidat auf Nachfrage der Landeszeitung sein Interesse am Bürgermeisteramt bekundet. Björn Goos, stellvertretender Geschäftsführer des im Innenministerium angesiedelten Rates für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein, hat eine Bewerbung für den Posten des Verwaltungschefs in Aussicht gestellt. "Ich werde mir in den nächsten Tagen konkret Gedanken machen", sagte Goos, den viele Handballfans als langjährigen Pressesprecher der Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel kennen. Als Polizeibeamter hat der 42-Jährige einen ähnlichen beruflichen Hintergrund wie Breitner, bevor der 2003 nach Rendsburg kam. Nach Informationen unserer Zeitung war Goos von Bürgermeistern aus der Region angesprochen worden, ob der Job in Rendsburg nichts für ihn sei. Der Beamte verfügt über keine Erfahrung in der Kommunalverwaltung, ist aber nicht nur in der Sportwelt gut vernetzt. Zwölf Jahre war der Hauptkommissar bei der Kripo in Flensburg tätig, Schwerpunkt Wirtschaftskriminalität. Es folgte ein Jahr im Landeskriminalamt, bevor Goos vor anderthalb Jahren in das jetzige Breitner-Ressort wechselte und sich dort unter anderem um soziale Brennpunktthemen kümmert. Mit Breitner selbst habe er über das Amt in Rendsburg noch nicht gesprochen, versicherte Goos.

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