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Rendsburg-Eckernförde : Der Trend geht zur Briefwahl

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Acht Tage vor der Bundestagswahl melden die Ämter ein reges Interesse am Urnengang. Knapp 40.000 Unterlagen wurden beim Kreis angefordert.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2017 | 18:57 Uhr

Mit einem Vorrat von knapp 40.000 Briefwahlunterlagen ging Kai Volkmann in die heiße Phase der Wahlvorbereitung. Mittlerweile ist der Bestand auf etwa 1000 zusammengeschmolzen. Die Ämter und Städte im Kreisgebiet forderten die Papiere massenhaft an, um allen Briefwahlanträgen gerecht zu werden. Vom Bauchgefühl her, so der Kreiswahlleiter, sei das Interesse an dieser Bundestagswahl größer als beim letzten Wahlgang. Allerdings weiß man beim Kreis: Die Wahlämter vor Ort bestellen meist mehr als sie brauchen – um für den Fall der Fälle noch über eine Reserve zu verfügen.

Mit seinem Bauchgefühl scheint Volkmann dennoch richtig zu liegen. Carsten Klug, für die Bundestagswahl zuständiger Fachbereichsleiter im Amt Mittelholstein, berichtete gestern, dass bereits 2480 Anträge auf Briefwahl eingegangen sind. Angesichts von 19.159 Wahlberechtigten entspricht dies einem Anteil von fast 13 Prozent. In der kommenden Woche dürften noch vereinzelt Anträge dazukommen. Beim Urnengang vor vier Jahren waren es insgesamt 1901 Anträge. Das entsprach bei damals 19.073 Wahlberechtigten einem Anteil von 9,7 Prozent.

In den Ämtern Hohner Harde und Fockbek ist die Entwicklung ähnlich. Fockbeks Bürgermeister Holger Diehr, zugleich Chef der Verwaltungsgemeinschaft der beiden Ämter, lagen gestern 1800 Anträge vor, bereits 100 mehr als vier Jahren. Besonders groß sei das Interesse in der Gemeinde Fockbek, so Diehr. Dort haben bereits 750 Bürger ihr Kreuzchen gemacht. Im Jahr 2013 waren es 600. Im nicht weit entfernten Büdelsdorf gibt es ebenfalls eine Steigerung, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie in den Ämtern. Jörg Käselau hat den Überblick: Bis gestern wollten 938 Bürger per Brief wählen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es 915.

Warum ist die Briefwahl so beliebt? Aus Sicht von Fockbeks Verwaltungschef Diehr schätzen die Bürger das einfache Verfahren. „Das ist ein gutes Serviceangebot für alle, die sonntags nicht mehr ins Wahllokal wollen.“ In eine ähnliche Richtung geht die Einschätzung von Fachbereichsleiter Klug aus Hohenwestedt: Zum Beispiel sei es seit 2013 möglich, via Internet die Briefwahl zu beantragen. Das hat sich herumgesprochen. Bereits ein Fünftel der Briefwähler in Mittelholstein nutzte diesen Weg. Zudem ist auch das Verfahren selbst vereinfacht worden. Carsten Klug: „Früher musste man begründen, warum man per Brief wählen will. Das ist heute nicht mehr der Fall.“

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