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Bogenschießen : Der Traum von Olympia wächst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bogenschütze Florian Kahllund blickt auf die erfolgreichste Saison seiner noch jungen Karriere zurück und will 2016 nach Rio.

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Er steht nicht gerne im Mittelpunkt, mag es nicht, wenn sich alles ausschließlich um ihn dreht. Aber Florian Kahllund hat sich diese uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient. Die sportlichen Leistungen des 21-jährigen Bogenschützen vom SSC Fockbek waren im vergangenen Jahr so herausragend, dass sein Verein zu einem Empfang lud – eigens für ihn.

Möglicherweise wird er sich zukünftig an noch mehr Aufmerksamkeit, offizielle Auftritte und Pressetermine gewöhnen müssen. Denn sollte er seine Leistung aus dieser Saison konservieren und im nächsten erneut abrufen, dürfte er im Jahr 2016 sein Land bei den olympischen Spielen in Rio vertreten. Der amtierende Europameister mit dem Recurve-Bogen holte in diesem Jahr seinen ersten Weltcup-Sieg und ist aufgrund dieser Erfolge seit vergangener Woche die Nummer Vier in der Weltrangliste. Im Rückblick auf seine bisher erreichten Erfolge gibt sich der zurückhaltende Fockbeker gewohnt wortkarg: „Das ist besser als ich jemals gedacht habe.“ Die Bestätigung dieser Aussage liefert der Vereinsvorsitzende Arno Wilhelm, der sich an seine Zeit als Jugendleiter beim SSC erinnert: „In seiner Anfangszeit hat Florian mir gesagt, dass es sein größter Traum ist, einmal bei den Deutschen Meisterschaften zu starten, um sich seine Startnummer anschließend auf den Bogenkoffer zu kleben.“ Ein nette Anekdote, die Kahllund längst ad absurdum geführt hat. Denn um die reine Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen geht es dem 21-Jährigen längst nicht mehr. Am 30. August im niedersächsischen Zeven gehört er zu den Topfavoriten auf den Deutschen Meistertitel. Und auch eine Woche später beim Weltcup-Finale in Lausanne (Schweiz), wenn die besten acht Schützen der Saison gegeneinander antreten, will Kahllund für Furore sorgen. Ob er aber noch einmal die mentale Stärke für diese beiden Wettkämpfe aufbringen kann, wird sich zeigen. „Mit der Europameisterschaft und dem Weltcup-Sieg sind die Höhepunkte durch. Die Luft ist etwas raus“, gesteht er ein. Bemerkbar machte sich dieser Umstand bereits beim Weltcup in Breslau, als er im Sechzehntelfinale ausschied. „Die Saison war lang. Seit März habe ich durchtrainiert und war auf Wettkämpfen unterwegs“, erklärt er. Nach einer Woche ohne Pfeil und Bogen in der Hand hat er in diesen Tagen wieder mit dem Training begonnen, auf der Anlage seines Heimatvereins. „Hier habe ich die besten Voraussetzungen und kann trainieren wann und so oft ich will“, erklärt er.

In Zukunft kann er sich noch intensiver um seine sportlichen Leistungen kümmern, denn im Rahmen des Empfangs überbrachte der Geschäftsführer des Landessport-Verbandes, Thomas Behr, die Nachricht, dass Kahllund ins „Team Schleswig-Holstein“ berufen worden ist. Hier werden die Sportlerinnen und Sportler des Landes, die für eine Teilnahme an Olympia in Frage kommen, besonders gefördert (siehe Infokasten). Mit dieser Berufung geht eine monatliche Förderung von 300 Euro einher. „Es ist einfach schön, dass ich mir finanziell keine Sorgen machen muss und mich noch mehr auf den Sport konzentrieren kann“, freut sich der Informatikstudent, der bereits durch die Deutsche Sporthilfe unterstützt wird, unter anderem mit einem Sportstipendium.

Florian Kahllund ist auf dem besten Wege nach Rio,. Und sollte er seinen Erfolgsweg auch dort fortsetzen, wird er wieder im Mittelpunkt stehen – auch wenn das überhaupt nicht mag.

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