Osterrönfeld : Der Streit ums Wilde Moor geht in die nächste Runde

Auch für zahlreiche Graugänse ist das Wilde Moor Brutgebiet.
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Auch für zahlreiche Graugänse ist das Wilde Moor Brutgebiet.

In einem Offenen Brief fordert der NABU: Die Senkung des Wasserstandes einstellen.

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11. März 2014, 06:00 Uhr

Im Streit um den Wasserstand im Wilden Moor (wir berichteten) bezieht der Naturschutzbund Schleswig-Holstein (NABU) Position. In einem Offenen Brief fordert Thomas Behrends von der Landesstelle Wasser in Plön, die Wasserstandsabsenkung einzustellen.

Die Gemeinde Osterrönfeld und der Eigentümer einer Moorparzelle hatten bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises beantragt, den Wasserstand einer Fläche südlich des 1. Moordammes, einer befestigten Fahrstraße, zu senken. Das war von der UNB unter der Auflage genehmigt worden, die Veränderungen und Auswirkungen zu beobachten und zu dokumentieren.
„Wenn man eine Parzelle entwässert, geht der Gesamtwasserstand einer großen Fläche verloren“, sagte Thomas Behrends bei einem Ortstermin. „Ein kleiner Eingriff hat große Folgen.“ Zudem sei die Absenkung jetzt besonders negativ, weil ein hoher Winterwasserstand als Reserve für das kommende Frühjahr für das Moorbiotop wichtig sei. Der Moordamm sei trocken, und die Landwirt würden ihn auch erst ab Mai wieder befahren, um ihre Flächen nördlich des Weges zu bewirtschaften.

Ziel müsse sein, so der NABU-Biologe, die drei nördlich des Moordamms gelegenen Flächen aufzukaufen und diese aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. „Wenn keine schweren Landmaschinen auf dem Moordamm fahren, halten die Reparaturen auch länger“, meinte Behrends.

Knut Arp von der UNB machte auf Nachfrage der Landeszeitung deutlich, dass es sich bei den derzeitigen Maßnahmen um eine Regulierung des Wasserstandes handele, keinesfalls um eine Entwässerung. „Wir wollen einen Wassertand, mit dem alle leben können.“
Der Osterrönfelder Bürgermeister Bernd Sienknecht betonte, er wolle die verschiedenen Interessen koordinieren. Wichtig sei, im Gespräch zu bleiben. Über den Offenen Brief sei er erstaunt.



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