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Imland-Klinik : Der Rettungsflieger ohne Patienten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schwerletzte werden nur im Ausnahmefall mit dem Hubschrauber in die Imland-Klinik Rendsburg geflogen. Die Landebasis ist zu weit weg von Notaufnahme.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 05:24 Uhr

Der Rettungshubschrauber an der Imland-Klinik sorgt weiter für Diskussionen. Während Politiker in ihm ein Entwicklungshemmnis für das Eiderkasernen-Gelände sehen und Anwohner sich durch den Fluglärm vor allem nachts belästigt fühlen, meldet sich jetzt ein Arzt aus Rendsburg zu Wort. Der Mitarbeiter des ehemaligen Kreiskrankenhauses (jetzt Imland-Klinik) erhebt Vorwürfe gegen die DRF Luftrettung, den Betreiber der Station. Anders als von der Organisation bislang kommuniziert, werde kein einziger Notfallpatient mehr per Hubschrauber in das größte Krankenhaus der Region transportiert, sagt der Mediziner. Die wirklich dringenden Fälle flögen die Luftretter dorthin, wo der Hubschrauber in unmittelbarer Nähe einer Notaufnahme landen könne. Dies ist zum Beispiel in der Kieler Uniklinik, in Heide oder Itzehoe der Fall. In Rendsburg ist das nicht mehr möglich, weil die jetzige Hubschrauber-Generation zu schwer für das Klinikdach ist (siehe Artikel unten). Das Hubschrauberdeck auf dem Dach der Rettungswache werde definitiv nur als Start- und Landeplatz für den Hubschrauber genutzt, so der Kritiker. „Diese Tatsache wird von allen Beteiligten vor Ort seit Jahren schamhaft verschwiegen“, schreibt der im Ruhestand lebende Arzt, der anonym bleiben will.

Auf Nachfrage der Landeszeitung bestätigt die DRF Luftrettung seine Angaben im Kern. „In seltenen Fällen fliegen wir die Patienten mit dem Hubschrauber vom Notfallort zur Rendsburger Klinik“, sagt DRF-Sprecherin Eva Baumann. „Meist werden diese mit dem Rettungswagen unter Begleitung unseres Hubschrauber-Notarztes nach Rendsburg gefahren, da bei kürzeren Distanzen ein bodengebundener Transport sinnvoller ist. Außerdem besteht keine unmittelbare Landemöglichkeit an der Klinik.“

Seit mehreren Jahren starten und landen die Luftretter in Rendsburg nicht mehr auf dem Dach der Klinik selbst, sondern auf einem angrenzenden Gebäude, das nicht zum Krankenhaus gehört. In ihm ist die Rettungswache der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) untergebracht.

 

 

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