Schweres Fassadenstück locker : Der Putz bröckelt von den Mauern

 Nicht nur der Putz, auch der Klinker hatte sich teilweise gelöst: Guido Schmidt vom Bauausschuss der Kirchengemeinde mit einem der Bruchstücke.
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Nicht nur der Putz, auch der Klinker hatte sich teilweise gelöst: Guido Schmidt vom Bauausschuss der Kirchengemeinde mit einem der Bruchstücke.

Schäden an der St.-Martin-Kirche zufällig entdeckt.

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08. Mai 2018, 12:58 Uhr

Nortorf | Das hätte lebensgefährlich werden können: ein mehrere Kilogramm schweres Stück der Fassade, gute zehn Meter über dem Eingangsbereich der Nortorfer St.-Martin-Kirche, war locker und drohte herunterzufallen. Der Schaden war glücklicherweise rechtzeitig aufgefallen – im Rahmen einer Kontrolle des Kirchturmdaches.

Da das Kirchturmdach seit längerem undicht ist und daher Reparaturmaßnahmen getroffen werden mussten, hatte die Kirchengemeinde eine ausfahrbare Arbeitsbühne bestellt, um eine Bestandsaufnahme der Schäden im Dach vorzunehmen (wir berichteten). Beim Hochfahren fiel dem Architekten Ingmar von Anneken in gut zehn Metern Höhe ein – auf den ersten Blick unscheinbarer – Spalt im Putz neben einem der Turmfenster auf. „Der schien aber auch nur auf den ersten Blick harmlos zu sein“, betont Guido Schmidt vom Bauausschuss der Kirchengemeinde, der ebenfalls mit auf der Arbeitsbühne hochfuhr.

Bei näherer Untersuchung zeigte sich schnell, dass Regenwasser nicht zwischen Fassade und Klinker, sondern direkt in den Stein eingedrungen war. „Spätestens der nächste Frost hätte das über einen halben Meter lange Stück komplett absprengen können, wenn sich da wieder Wasser gesammelt hätte und gefroren wäre“, betont Schmidt. Die Folgen, wenn jemand gerade darunter gestanden hätte, wollte er sich lieber nicht vorstellen. Jetzt werden auch die Fassadenarbeiten bei der Ausschreibung der Sanierung des Kirchturmdaches in die Aufgabenliste mit aufgenommen. Dadurch steigen die Kosten für das benötigte Gerüst. „Eigentlich wollten wir den Kirchturm ja erst ab der Dachkante begehbar einrüsten, was günstiger geworden wäre“, erklärt der stellvertretende Leiter des Bauausschusses. Nun wird der begehbare Teil des Gerüstes bereits oberhalb der Eingangstüren beginnen. Dadurch können neben den notwendigen Fassadenarbeiten auch die stählernen Wandanker gleich mit angestrichen werden.

„Es bietet sich an, das alles in einem Zug zu machen“, fügt Schmidt an. „Der Kostenrahmen für alle Baumaßnahmen beläuft sich auf rund 600 000 Euro“, schätzt das Bauausschussmitglied. Da die Kirchengemeinde die Kosten nicht alleine tragen kann, finden demnächst erste Gespräche bezüglich der Fördermittel und Zuschüsse statt. Die Sanierungsarbeiten sollen dann im nächsten Jahr beginnen.



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